Auch im Kreis Offenbach und Hanau

Brandschutzmängel an vier Hochhäusern behoben

Darmstadt - Vor gut einem Jahr starben 71 Menschen im brennenden Londoner Grenfell Tower. Damals kam die Angst auf, dass Ähnliches auch in Hessen passieren könnte. Eine vergleichbare Gefahrensituation gebe es zwar nicht, hieß es. Trotzdem wurden vier Häuser beanstandet.

Rund ein Jahr nach dem Brand in einem Londoner Hochhaus mit mehr als 70 Toten sind die bekannten Brandschutzmängel in Hessen behoben. In vier Fällen waren Ende 2017 gravierende Mängel festgestellt worden, wie das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden damals mitgeteilt hatte. Derzeit laufe eine neue Abfrage bei den Bauaufsichtsbehörden, berichtete ein Ministeriumssprecher. Die vier beanstandeten Gebäude sind nach Angaben der betroffenen Städte und Kreise inzwischen jedoch sicher.

Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower Mitte Juni 2017 hatte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) die Sicherheitsüberprüfung angekündigt. Rund 1000 vor 1984 errichtete Hochhäuser waren betroffen. Vorgeschrieben sind nicht-brennbare Fassaden in Deutschland ab einer Gebäudehöhe von 22 Metern. In London waren 71 Menschen gestorben, weil die Außenfassade des Gebäudes in Brand geraten war und sich das Feuer verheerend schnell ausbreitete.

Die vier in Hessen kritisierten Gebäude stehen in Hanau, im Odenwaldkreis sowie im Kreis Offenbach. Bei dem Hochhaus in Hanau wurde eine ohnehin für 2018 geplante Fassadensanierung vorgezogen. Dabei seien die brennbaren Materialien entfernt worden, die vorübergehend eingesetzte Brandwache sei nicht mehr notwendig, hieß es bereits Ende 2017. Ebenso im Kreis Offenbach: "Die Brandschutzmängel an den beiden Hochhäusern im Kreis Offenbach sind noch im vergangenen Jahr beseitigt worden", teilte der Kreis auf Anfrage mit.

Die Bauaufsicht des Odenwaldkreises habe veranlasst, dass in dem betroffenen Haus brennbare Materialien im Treppenhaus der Fassade entfernt wurden, sagte der Sprecher des Kreises, Stefan Toepfer. "Diese Arbeiten sind abgeschlossen." Zudem sei der Brandschutz im Inneren des Hochhauses instand gesetzt worden und zum Beispiel die Freigängigkeit der Brandschutztüren wiederhergestellt worden. "Das Haus kann ohne Gefahr bewohnt werden." Bei keinem der vier Gebäude gab es laut Wirtschaftsministerium jedoch eine mit dem Grenfell Tower vergleichbare Gefahrensituation. (dpa)

Bilder: Feuerwehrleute proben Ernstfall unter Atemschutz 

Rubriklistenbild: © Archiv: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare