Bürgerschaftliches Engagement

Bürgerstiftung will neues Opernhaus bauen

Frankfurt - In die zähen Verhandlungen über die Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt kommt überraschend Bewegung. Elf einflussreiche Frankfurter Bürger haben der Stadt angeboten, den Bau eines neuen Opernhauses voranzutreiben.

Sie wollen dafür eine "Bürgerstiftung "Neue Oper Frankfurt"" gründen und Eigenkapital beisteuern. Den Plänen zufolge wären Oper und Schauspiel dann an getrennten Orten zu Hause. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") hatte am Freitag über die Pläne berichtet. Dem Blatt lag der Entwurf eines Memorandums vor.

"In dem Schriftstück wird auf zehn Seiten ziemlich detailliert ausgeführt, wie die Bürgerstiftung "Neue Oper Frankfurt" als Bauherr tätig werden könnte", schreibt die "FAZ". Zu den Initiatoren zählten "einige der bekanntesten Frankfurter Persönlichkeiten".

"Ziel dieser "Bürgerstiftung ist es, aus bürgerschaftlichem Engagement heraus für die Stadt Frankfurt am Main ein neues Opernhaus zu errichten", teilten die Initiatoren am Freitag mit. Zu den Unterzeichnern zählen der frühere hessische Kunstminister Udo Corts, Frankfurts Ex-Planungsdezernent Martin Wentz, der Direktor des Senckenberg-Museums Volker Mosbrugger und der Gründer des Konzerns WISAG, Claus Wisser.

"Die Bürgerstiftung bietet an, die Finanzierung eines neuen Opernhauses zu übernehmen, in dem sie im großen Maßstab Spenden sammelt und Darlehen für die Gebäudeinvestition bei Banken aufnimmt", teilen die Initiatoren mit. Eine Stiftung habe den großen Vorteil, außerhalb des öffentlichen Vergaberechts planen und bauen zu können, das spare Zeit und Kosten.

Großes Angebot für wenig Zeit: Städtereisen boomen

In dem Memorandum werden laut "FAZ" die Baukosten für einen Neubau auf 240 Millionen Euro geschätzt. Die Stiftung wolle 50 Millionen durch Spenden und Zustiftungen als Eigenkapital auftreiben. Das Grundstück müsste die Stadt dem Bauherren per Erbbauvertrag überlassen. Die Oper wäre in dem Neubau dann Mieter.

Eine "Stabsstelle Zukunft der Städtischen Bühnen" klärt derzeit, ob eine Sanierung der Bühnen-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz möglich wäre und wie viel sie kosten würde. Bisher teilen sich Oper und Schauspiel ein Gebäude. Die Bürgerstiftung schlägt vor, die Oper an einem anderen Standort neu zu bauen. Am jetzigen Standort könnte dann ein neues Schauspielhaus entstehen.

Die Stadt reagierte positiv: "Der Vorschlag ist interessant und kann als eine mögliche Option in den geordneten Prüfungsprozess der Stabsstelle eingebracht werden", teilte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) am Nachmittag mit. Auch eine Trennung der Sparten schließt sie nicht aus. Mindestens eine der beiden Spielstätte müsse aber am Willy-Brandt-Platz bleiben. (dpa)

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