„Das ist Genialität!“

Caricatura-Museum würdigt Jazzmusiker Volker Kriegel als Zeichner

Volker Kriegels letztes vollendetes Projekt waren die Tierbilder zu Roger Willemsens „Karneval der Tiere“ (2003). Das Caricatura-Museum zeigt ab morgen eine Schau über sein zeichnerisches Werk.

Frankfurt - „Männchen malen, Jazz spielen und sogar davon leben zu können – wer hätte das gedacht?! – Wow!“ So fasste der Musiker, Autor und Zeichner Volker Kriegel sein Schaffen zusammen. Das Caricatura- Museum in Frankfurt widmet dem künstlerischen Multitalent jetzt, 15 Jahre nach seinem Tod, eine umfangreiche Ausstellung. Von Detlef Kinsler

In diesem Jahr würdigt die hr-Bigband gleich zwei Frankfurter Musiklegenden. Am 22. Oktober heißt es beim Eröffnungskonzert des 49. Deutschen Jazzfestivals in der Alten Oper „Hut ab!“ vor Albert Mangelsdorff. Der Posaunist wäre am 5. September 90 Jahre alt geworden. Sein Bandkollege beim United Jazz + Rock Ensemble, Volker Kriegel, bekommt zu seinem 75. Geburtstag am 22. und 23. November ein Ständchen im Sendesaal.

Doch vorher lädt das Caricatura Museum zu einer Volker-Kriegel-Ausstellung ein. Denn Kriegel, der an Heiligabend 1943 in Darmstadt geboren wurde und 2003 in San Sebastián an einem Herzinfarkt starb, war auch Autor, Übersetzer, Illustrator und Karikaturist. Seine erste Publikation namens „Der Rock’n’Roll-König“ (1982) ist ein charmantes Bändchen, und mit der „Olaf“-Trilogie (1999-2002) um einen Elch, der fliegen und tauchen lernen will, sorgte er für Furore.

Achim Frenz, Direktor des Caricatura-Museums, lernte Kriegel 1987 kennen, als er in Kassel parallel zur documenta eine Karikaturenausstellung organisierte. Da war auch Kriegel zu sehen. Bei einer Vernissage von Robert Gernhardt im Frankfurter Historischen Museum verabredete man schließlich ein Treffen, um eine Werkschau zu besprechen. Dazu kam es aber nicht mehr, weil Kriegel eine Woche später starb.

Jahre später kommt es auch auf Anregung von Evelyn Kriegel, seiner Witwe, zu einer Retrospektive in Frankfurt. Zu sehen sind 300 Originale; Karikaturen, Cartoons, Bildgeschichten, Bucheinbände. Meist malte Kriegel mit Tusche, oft kolorierte er mit Aquarell. Themen sind komische Alltagssituationen, Essen, Trinken, Musik, Kunst und Philosophie.

Otto Waalkes eröffnet seine Ausstellung in Frankfurt: Fotos

Otto Waalkes bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Frankfurt

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Otto Waalkes bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Frankfurt

„Kriegel war ein Multitalent“, betont Frenz, der als Jugendlicher dessen Musik hörte. „Ich war kein glühender Jazzfan, trotzdem hat er sich mir als außergewöhnliche Gitarrist eingeprägt.“ F.W. Bernstein hat Kriegel – man kannte und schätze sich – ein „Hundert-Prozent-Talent“ genannt, eben weil er schreiben, zeichnen und auch noch musizieren konnte.

Was macht Kriegels Zeichenstil aus? „Ich habe mir die Sachen, als sie gehängt wurden, noch mal richtig angeschaut“, erzählt der Fachmann. „Das ist eine große Genialität, die da gezeigt wird. Da merkt man einfach die Qualität, die dahintersteckt. Die kleinen Zeichnungen mit der Feder, dieser Strich und wie die Farbe aufgetragen wurde – das ist einfach grandios für Liebhaber von Zeichnungen und für die, die so etwas mögen, ein totaler Augenschmaus.“

„Volker Kriegel“, ab morgen bis 20. Januar im Caricatura-Museum Frankfurt, Weckmarkt 17. Geöffnet Dienstag und Donnerstag bis Sonntag 11 bis 18, Mittwoch 11 bis 21 Uhr.

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