Lichterglanz auf der Frankfurter Messe Christmasworld

Schon jetzt die Deko-Trends fürs Weihnachtsfest entdecken

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Schöne Bescherung: Wenige Wochen nach dem Weihnachtsfest funkelt und glitzert es schon wieder in Frankfurt.

Frankfurt - Fünf Wochen nach Heiligabend ist an der Frankfurter Messe schon wieder Weihnachten. Damit zum nächsten Fest die Kassen klingeln, müssen Einkäufer jetzt ordern. Von Christian Ebner

In der Messehalle 9 blinkt und glänzt es wie im Advent. Elf Monate vor dem nächsten Weihnachtsfest erwartet die Deko-Messe Christmasworld an die 40 000 Fachbesucher auf der Suche nach den Weihnachtstrends 2017. Sind es braun-goldene Hirsche, über das Smartphone steuerbare Lichterketten oder doch die klassischen roten Kugeln mit Eiskristallmuster? „Fast alles, was Sie sehen, werden Sie im Herbst in jedem Geschäft wiederfinden“, sagt Cordelia von Gymnich, Konsumgüterfachfrau der Messegesellschaft. In der Zwischenzeit muss aber erst produziert werden, meistenteils in Asien, aber auch in kleinen Werkstätten im Erzgebirge. Das macht den enormen Vorlauf notwendig, denn spätestens im September braucht der hiesige Handel die Ware, die üblicherweise auf dem Seeweg nach Europa gelangt.

„Eigentlich beginnt unser Vorlauf auf das Weihnachtsfest schon mit ersten Design-Ideen 18 Monate vorher“, sagt Klaus Müller-Blech, Chef des Glaskugelherstellers Inge-Glas aus Neustadt bei Coburg. 14 Monate vor dem angepeilten Fest lassen sich bereits erste Großkunden die neuen Produkte zeigen. 50 Millionen Kugeln verkauft das Familienunternehmen im Jahr, wobei der weitaus größere Teil in Asien hergestellt wird. Die 80 Inge-Produktionsmitarbeiter im Fränkischen blasen und bemalen die hochwertigeren Artikel.

Ständige Innovation ist Pflicht, schon wegen häufig wechselnder Modefarben und Produktpiraten, welche die Inge-Originale abkupfern. „Das kann man ja auch als Auszeichnung verstehen“, sagt Müller-Blech mit einem Achselzucken. Die Christmasworld ist für ihn nach Atlanta die zweite Messe in diesem Jahr. Am Stand wird kräftig geordert. Der letzte Bestellnachlauf geht noch bis Anfang Mai, danach kann das anstehende Weihnachtsfest nicht mehr erreicht werden. „Wir müssen spätestens im September liefern“, berichtet auch Thierry Lewalle vom belgischen Aussteller Globall. Ob riesige Lichtobjekte für Einkaufszentren in Dubai oder Lichterketten für den Privatgebrauch – alles benötigt einen langen Vorlauf. „Der Termin der Christmasworld ist für uns goldrichtig“, sagt Lewalle.

„Wir möchten ja wissen, worauf wir uns einstellen müssen“, sagt Gabriele Günther, Inhaberin der kleinen Holzmanufaktur Rauta in Neuhirschstein im Erzgebirge. Die Krippen, Figuren und Bögen benötigen so viele Einzelteile und Arbeitsschritte, dass die Werkstatt des Zehn-Mann-Unternehmens gut zu tun hat. „Wir müssen wissen, was der Handel und die Auslandskunden bestellen, damit wir unsere Produktion planen können.“ „Frohes neues Business“ wünscht sich die Rekordzahl von 1070 Unternehmen auf der Christmasworld, bei der längst die Chinesen den einheimischen Herstellern den Rang der größten Ausstellergruppe abgelaufen haben. In der Gesamtzahl sind erstmals 67 Produzenten von Pflanzen und Frischblumen enthalten, die auf der neuen Zusatzmesse Floradecora ihre Produkte den Deko-Experten andienen wollen. Überhaupt scheint Weihnachten als alleiniger Anlass zur Neudekoration der Wohnung nicht mehr zu genügen. Der aufmerksame Besucher findet auf der Christmasworld auch Accessoires und Geschenke rund um Ostern, den Valentinstag oder den Muttertag. (dpa)

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