Virus-Pandemie

Corona in Frankfurt: Stadt verschärft Maßnahmen nochmal drastisch - Diese Regeln gelten jetzt

Die Corona-Lage in Frankfurt ist weiter angespannt. Der Krisenstab hat die Maßnahmen daher nochmals verschärft. Diese Regeln gelten seit Montag (19.10.2020). 

  • Für Frankfurt gelten ab dem 19. Oktober weitere Corona-Beschränkungen.
  • Ab heute gilt eine Maskenpflicht in der kompletten Innenstadt.
  • Für ganz Frankfurt gilt eine nächtliche Sperrstunde und Alkoholverbot.

Frankfurt - Hessens größte Stadt hat mit weiter steigenden Corona-Neuinfektionen zu kämpfen. Daher hat Frankfurt umfassende Corona-Beschränkungen im gesamten Stadtgebiet erlassen. So soll eine weitere Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Am Donnerstag (15.10.2020) hat der Corona-Krisenstab der Stadt Frankfurt die Corona-Regeln nochmals bis zum 31. Oktober verlängert. Und auch sonst hat die Stadt die Corona-Maßnahmen verschärft.

Die Verschärfungen treten ab Montag, 19. Oktober, in Kraft.

Corona-Sperrstunde in ganz Frankfurt

Der wohl wichtigste Punkt, um die Ausbreitung des Coronavirus in Frankfurt einzudämmen, ist weiterhin eine Sperrstunde für die gesamte Stadt. Diese soll - angelehnt an Maßnahmen in Berlin und Offenbach - von 23 bis 6 Uhr gelten. Ab dem Zeitpunkt darf dann auch kein Alkohol mehr verkauft werden.

Masken-Pflicht auf vielen Einkaufsstraßen in Frankfurt. Auch die Zeil ist betroffen.

Corona-Maßnahme: Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Frankfurt

Neben dieser Corona-Sperrstunde für Gastronomiebetriebe gibt es auch ein Alkoholverbot für diverse öffentliche Plätze. Das Alkoholverbot gilt nicht nur in der Sperrstunde, sondern immer vom 9. Oktober bis mindestens 31. Oktober.

Maßnahme gegen Corona: Maskenpflicht auf großen Einkaufsstraßen in Frankfurt

Die Maskenpflicht, die bisher für ausgewählte Einkaufstraßen in Frankfurt zwischen 8 und 22 Uhr gilt, wird nun auf die gesamte Innenstadt ausgeweitet. Die Maskenpflicht gilt seit dem 9. Oktober auf den folgenden Straßen von 8 bis 22 Uhr:

  • Berger Straße
  • Schweizer Straße einschließlich des Schweizer Platzes
  • Leipziger Straße
  • Zeil
  • Goethestraße
  • Oeder Weg vom Anlagenring bis zur Glauburgstraße
  • Neue Kräme
  • Königsteiner Straße
  • Braubachstraße
  • Münchener Straße
  • Kaiserstraße
  • Kalbächer Gasse
  • Große Bockenheimer Straße vom Opernplatz bis einschließlich Hauptwache

Die Maskenpflicht ab Montag, 19. Oktober, wird um folgende Innenstadtbereiche ergänzt:

  • kompletter Bereich des Anlagenrings
  • Mainufer in Sachsenhausen

Ausgenommen von dieser Pflicht zum Tragen der Masken in der Öffentlichkeit ist die Außengastronomie. Wenn sich Gäste an ihren Plätzen befinden, dürfen sie die Masken abnehmen.

Gemäß der Corona-Verordnung des Landes Hessen gilt die Masken-Pflicht außerdem ab dem 19. Oktober in Frankfurt auch an oberirdischen Stationen und Haltestellen des ÖPNV. Des Weiteren hat der Corona-Krisenstab beschlossen, dass auch an den weiterführenden Schulen immer eine Masken-Pflicht besteht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Weitere Empfehlungen und Corona-Maßnahmen für Frankfurt

Neben den Beschränkungen für die Öffentlichkeit soll es weitere Corona-Maßnahmen in Frankfurt geben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kontrolle der erlassenen Maßnahmen, wie die Stadt mitteilt. Außerdem soll die Zahl der Personen, die an privaten Feiern in öffentlichen oder gemieteten Räumen teilnehmen dürfen, auf maximal 10 beschränkt werden. Im Privaten dürfen sich ab sofort nur noch Personen aus maximal zwei Haushalten treffen. Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen maximal 100 Personen anwesend sein.

Für Religionsgemeinschaften besteht nun auch eine Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann und es wird „eindeutig“ empfohlen, die bereits gültigen Corona-Regeln rund um Abstand und Hygiene umzusetzen und die Einhaltung zu kontrollieren. Auch bei der Nutzung von gemeinsamen Fahrzeugen durch Personen aus unterschiedlichen Haushalten empfiehlt die Stadt Frankfurt, eine Maske zu tragen.

Ausdrücklich weist die Stadt Frankfurt darauf hin, dass Kinnvisiere keine Alternative zu einem Mund-Nasen-Schutz sind. Bei Kontrollen der Maskenpflicht kann beim Tragen eines Kinnvisiers also ein Bußgeld fällig werden. Ein sogenanntes Gesichtsschild wird nur in Ausnahmefällen und bei medizinischer Notwendigkeit empfohlen. „Aus infektiologischer Sicht sind auch Gesichtsvisiere einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) nicht gleichwertig“, heißt es vonseiten der Stadt.

Frankfurter Gastronomen kündigen Klage gegen Corona-Sperrstunde an

Bereits die vorangegangene Verschärfung der Corona-Regeln stieß auf Missfallen, bei den Gastronomen, die dramatisch unter den Einschränkungen leiden. Der Vorsitzende der Initiative Gastronomie Frankfurt, Madjid Djamegari, erklärte: „Ausgerechnet jetzt alle Betriebe, die sich regelkonform und professionell um maximalen Gesundheitsschutz kümmern, mit dem Gießkannenprinzip zu bestrafen, ist ein Schlag ins Gesicht!“ Es gäbe keinen Grund, Gäste zur Sperrstunde auf die Straße zu schicken.

Der stellvertretende Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Robert Mangold, ergänzt: „Mit Maßnahmen wie diesen, die über’s Ziel hinausschießen, erweisen wir dem Gesundheitsschutz einen Bärendienst.“ Sowohl die Initiative Gastronomie Frankfurt, als auch die DEHOGA Hessen und der Kreisverband Frankfurt wollen mit gerichtlichen Eilanträgen gegen die Corona-Beschränkungen der Stadt vorgehen.

Frankfurts Gesundheitsdezernent Majer sagte zu den Protesten der Gastronomen: „Ich erhoffe mir, dass diejenigen, die jetzt so stark protestieren, ebenso vehement gegen schwarze Schafe in ihren eigenen Reihen vorgehen. Wir können nur gemeinsam Erfolg haben.“

Rubriklistenbild: © picture alliance/Andreas Arnold/dpa

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