Urlaub und Corona

Frankfurt und Offenbach sind Risikogebiete - Wohin kann man jetzt noch reisen?

Frankfurt und Offenbach sind Corona-Hotspots. Das kann Probleme bei der Reise innerhalb Deutschlands bedeuten, muss es aber nicht zwangsläufig.

  • In vielen Bundesländern gelten neue Corona-Reiseregeln für Reisende aus Hotspots wie Frankfurt und Offenbach.
  • Sechs Bundesländer haben eigene Regelungen zum Beherbergungsverbot.
  • Nochmal andere Regeln gibt es bei Dienstreisen und Besuchen bei Familie und Verwandten.

Frankfurt - Reisen in Corona-Zeiten ist schwierig. Nochmal schwieriger wird es, wenn die Reise aus einem Corona-Hotspot heraus geplant werden soll. „Hotspots“ sind Kreise oder Regionen, in denen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Menschen pro 100.000 Einwohner als mit dem Coronavirus infiziert gemeldet wurden. Das trifft sowohl auf Frankfurt, als auch auf Offenbach zu. Daher stellen sich sicher viele die Frage: Wohin dürfen Frankfurter und Offenbacher in Deutschland noch reisen?

Was haben Bund und Länder zu Corona-Beherbergungsverboten beschlossen?

Die Antwort darauf ist nicht so einfach zu finden. Denn viele Bundesländer haben eigene Regelungen, was Einreisen aus Corona-Risikogebieten innerhalb Deutschlands angeht. Die offizielle Regelung der Bundesregierung liest sich kompliziert. In wenigen Worten zusammengefasst bedeutet sie: Wer aus einem Risikogebiet kommt, darf nur dann anderswo übernachten, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt, der nicht älter ist als 48 Stunden. Doch dann kommt das große Aber. Denn zu diesem Beschluss gibt es „Protokollerklärungen“ verschiedener Bundesländer.

In welchen Bundesländer gibt es Corona-Einschränkungen für Reisende aus Frankfurt und Offenbach?

Das ist die Mehrzahl der Bundesländer. Diese haben sich der Erklärung im Anschluss an die Konferenz angeschlossen. Ein negativer Corona-Test, der nicht älter ist als 48 Stunden ermöglicht aber die Einreise auch aus einem Hotspot wie Frankfurt oder Offenbach.

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein

Was muss ich bei Reisen in Bundesländer mit Corona-Beherbergungsverboten beachten?

Das wichtigste zuerst: Die Reiseregeln gelten nur für touristische Reisen. Von diesen rät die Bundesregierung allerdings derzeit ohnehin ab. Wer beruflich reist oder die Familie besucht, darf sich jederzeit auf den Weg machen. Wer aber als Tourist aus Frankfurt oder Offenbach in eines der zehn Bundesländer reist, die sich dem Bund-Länder-Beschluss angeschlossen haben, muss darauf achten, einen ärztlichen Corona-Test mitzubringen, der nicht älter ist als 48 Stunden. Wichtig ist dabei, wann das Testergebnis feststand, nicht wann der Test gemacht wurde.

Welche Bundesländer haben eigene Corona-Reiseregeln?

Der Regelung, dass eine Einreise und Übernachtung aus einem Corona-Hotspot wie Frankfurt oder Offenbach nur mit negativem Corona-Test möglich ist, haben sich nicht alle Bundesländer angeschlossen. Eigene Regeln haben die folgenden Bundesländer.

  • Berlin
  • Bremen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Thüringen

Welche Übernachtungsregeln gelten in Bundesländern mit eigenen Corona-Regeln?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn die sechs Bundesländer haben nicht nur eigene Regeln. Die Übernachtungsregeln in diesen Ländern sind auch nochmal unterschiedlich.

Berlin

Nach Berlin können Menschen aus Offenbach und Frankfurt nach wie vor reisen. Denn ein generelles Beherbergungsverbot gibt es dort noch nicht. Und noch eine Sonderregel hat die Hauptstadt: Sie will als „Gesamtstadt und Einheitsgemeinde“ behandelt werden. Das bedeutet, es soll keine einzelnen Einreiseverbote für besonders betroffene Berliner Bezirke geben, wie sie Schleswig-Holstein und Bayern erlassen haben. Unangenehm ist das für Bewohner beispielsweise von Marzahn-Hellersdorf. Dort liegt die Inzidenz weit unter 50.

Bremen

In Bremen gibt es - Stand Freitag, 09.10.2020 - keine Beherbergungsverbote oder besondere Übernachtungsregeln. Allerdings hat das Bundesland am Mittwoch selbst die Inzidenz von 50 überschritten. Ob weitere Regeln folgen, ist also noch offen.

Mecklenburg-Vorpommern

Das Bundesland im Nordosten hat noch strengere Corona-Regeln als die meisten anderen Bundesländer. So ist eine Einreise zwar mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter ist als 48 Stunden, möglich. Allerdings fordert die in Mecklenburg-Vorpommern gültige Verordnung, dass sich Reisende generell nach der Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben. Für einen Urlaub ungeeignet. Immerhin kann die Quarantäne nach einem weiteren Test durch das Gesundheitsamt auf fünf bis sieben Tage verkürzt werden.

Nordrhein-Westfalen 

Für das bevölkerungsreichste Bundesland im Westen gibt es vorerst keine Übernachtungsregeln. Auch nicht bei einer Einreise aus einem Hotspot wie Frankfurt oder Offenbach. Allerdings ist es möglich, dass ein Beherbergungsverbot noch in Kraft tritt, wie der Chef der NRW-Staatskanzlei Nathanael Liminski erklärte.

Thüringen

Für Thüringen gibt es ebenfalls kein Beherbergungsverbot. Wer aus Frankfurt oder Offenbach kommt, kann ohne Probleme einreisen. Dabei verlässt sich die rot-rot-grüne Landesregierung auf die Gesundheitsämter in den jeweiligen Corona-Hotspots. Denn diese müssten eine Quarantäne für Corona-Infizierte und Verdachtsfälle anordnen. Alle anderen sollen frei reisen dürfen, findet Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. Den Bund-Länder-Beschluss hält er für „Unsinn“.

Corona hat Offenbach und Frankfurt fest im Griff. Reisen innerhalb Deutschlands sind daher stark eingeschränkt.

Coronavirus: Darf ich aus Frankfurt und Offenbach beruflich pendeln?

Die Landesgrenzen von Bayern und Rheinland-Pfalz sind von Frankfurt und Offenbach nicht allzu weit weg. Viele Menschen pendeln zum Arbeiten in die beiden Bundesländer, zum Beispiel nach Aschaffenburg oder Mainz. Und das können sie auch weiterhin tun. Denn alle Regelungen zu Beherbergungsverboten gelten nur für touristische Reisen. Auch Besuche bei Familien und Verwandten sind ausdrücklich von der Regelung ausgenommen.

Coronavirus: Und was ist mit Reisen in Hessen?

Die gute Nachricht: Wer aus Frankfurt oder Offenbach kommt, kann trotz Corona weiterhin innerhalb von Hessen verreisen. Alle Reisebeschränkungen beziehen sich nur auf Reisen außerhalb des eigenen Bundeslands. Allerdings kann es sein, dass Gesundheitsämter in bestimmten Kreisen in Hessen eigene Einreisebestimmungen für Menschen aus Hotspots erlassen. Bisher ist das aber noch nicht geschehen.

Corona-Regelungen für Frankfurt und Offenbach können sich jederzeit ändern

Alle diese Regelungen gelten nur für eine bestimmte Zeit. Zunächst ist kein Ende für die Beschränkungen festgelegt. Auch ist vollkommen unklar, wie lange Frankfurt und Offenbach Corona-Hotspots bleiben. Denn sobald die Inzidenz unter 50 sinkt, werden Reisen wieder sehr viel einfacher. Wer unsicher ist, kann sich über die Corona-Regeln der einzelnen Länder informieren. Außerdem hat die Bundesregierung eine eigene Unterseite zum Thema Corona.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken / dpa / picture alliance

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