Pandemie

Gefahr durch Corona-Mutanten am Flughafen Frankfurt: Quarantäne für Reisende hat Lücken

Verschärfte Einreisekontrollen: Beamte der Bundespolizei kontrollieren am Flughafen Frankfurt die Passagiere.
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Rückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Doch schon auf dem Weg vom Flughafen Frankfurt nach Hause kann es zu Ansteckungen mit Corona kommen. (Symbolbild)

Die Corona-Varianten aus dem Ausland, die durch Reisende zum Flughafen Frankfurt mitgebracht werden, sorgen für Unsicherheit. Quarantäne und Tests sorgen nur bedingt für Schutz.

Frankfurt – Im Kampf gegen die Mutationen des Coronavirus* aus den Variantenländern Indien, Brasilien und Südafrika will man sich am Flughafen Frankfurt* nicht nur auf negative Testergebnisse verlassen. Rückkehrer aus den genannten Gebieten müssen sich nach ihrer Einreise daher zusätzlich in Quarantäne begeben. Dabei handelt es sich allerdings um eine eher lückenhafte Schutzmaßnahme.

Das Problem: Ob sich Einreisende nach ihrer Rückkehr zum Flughafen in Frankfurt* wirklich umgehend in Quarantäne begeben, sei laut eines Epidemiologen des Frankfurter Gesundheitsamts nur „sporadisch“ überprüfbar. Das bestätigte der Fachmann auf Nachfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Ein weiteres Problem ergibt sich zudem daraus, dass sich einige der Rückkehrer mithilfe der öffentlichen Verkehrsmittel zum Quarantäneort begeben. Dabei besteht für andere Fahrgäste die Gefahr einer potenziellen Infektion mit einer der mutierten Corona-Varianten.

Und die Lage ist ernst. In der Vergangenheit wurden bereits Varianten des Coronavirus am Flughafen Frankfurt nachgewiesen.

Corona am Flughafen Frankfurt: Mutationen trotz Quarantäne ein Problem

Besonders prekär: Zwischen Testung der Rückkehrer und ihrer Ankunft am Flughafen Frankfurt können im schlimmsten Fall laut dem Gesetz mehr als zwei Tage liegen – genug Zeit, in der eine nicht erkannte Infektion mit dem Coronavirus ausbrechen und ansteckbar werden kann. Anders sieht es wieder aus, sollte ein Fluggast bei der Abreise aus einem Virusvariantengebiet keinen negativen Corona-Test parat haben. Dann muss laut RKI binnen zwölf Stunden einen Test am jeweiligen Startflughafen erfolgen.

Rückkehrer aus den entsprechenden Gebieten können ihre Quarantänezeit zudem nicht mit einem negativen Corona-Test verkürzen – für sie gelten die vollen 14 Tage. Der Grund: Laut einer Sprecherin des Sozialministeriums besteht die Möglichkeit, dass sich zum Testzeitpunkt nur wenige Viren auf den Schleimhäuten befinden, was zu einem fälschlich negativen Ergebnis führen kann. Gegenüber der FAZ bezeichnete sie die Corona-Tests daher nur als eine „Momentaufnahme“. „Erst nach Ablauf der vierzehntägigen Quarantäne kann eine Infektion mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.“

Corona-Varianten: Zweiter Test am Flughafen Frankfurt als Lösung

Ein zweiter Test bei der Einreise am Flughafen Frankfurt könnte die Sicherheit erhöhen – damit wäre auch im Falle eines Umstiegs von Reisenden aus den Virusvariantengebieten der Schutz gegeben. Der Epidemiologe des Frankfurter Gesundheitsamts ist von dieser Methode laut FAZ überzeugt – er erkennt in einem solchen Szenario keine Gefahr. Sollten bei einem Rückkehrer nachträglich Symptome einer Corona-Infektion auftreten, würden die entsprechenden Kontaktpersonen aus dem Flieger umgehend darüber informiert. Doch auch in diesem Fall muss man sich letztendlich auf die Selbstverantwortung der Rückkehrer verlassen können.

Nicht verlassen können sich dagegen die Sicherheitskräfte auf die Einhaltung der Maskenpflicht am Flughafen Frankfurt – erst vor Kurzem kam es deshalb sogar zu Handgreiflichkeiten gegenüber Polizisten. (Jan Lucas Frenger) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

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