Live-Hörspiel in Frankfurt

„Die drei ???“ in der Festhalle: Zauber-Sinfonie zum Mitfiebern

Frankfurt - Früher lauschte man noch mit angehaltenem Atem dem Kassettenrekorder, wenn „Die drei ???“ auf Verbrecherjagd gingen. Heute ist die Krimireihe zu einem Akustik-Spektakel avanciert, das mühelos die Frankfurter Festhalle füllt. Von Maren Cornils 

Im Wesentlichen sind es drei Namen, die für den unglaublichen Hype um die drei Hobbydetektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews alias „Die drei ???“ stehen: Oliver Rohrbeck (Justus), Jens Wawrczeck (Peter) und Andreas Fröhlich (Bob) schlüpfen seit Jahren in die Rolle der cleveren Schnüffler aus Kalifornien und sind aktuell mit „Phonophobia – Sinfonie der Angst“ auf großer Deutschlandtournee. In Frankfurt füllen die Drei, begleitet von vier Musikern, zwei Sprecherinnen und einem Geräuschemacher, mühelos die Festhalle. Ihre Fanschar ist dabei so groß wie generationenübergreifend. Was alle Besucher eint, ist die Vorfreude auf die neueste Detektivgeschichte. Und sie werden nicht enttäuscht. Denn „Phonophobia“ ist noch einen Tick größer geraten als die anderen Fälle, in denen Rohrbeck, Fröhlich und Wawrczeck sich auf Ermittlung begaben.

Gleich zu Beginn des Abends gleitet zu unheilvollem Donnern ein gigantischer, aus Feuer bestehender Drache über das riesige LED-Display, danach erklimmen unter frenetischem Applaus der Fans die drei Sprecher die Bühne – und ernten mit ihrer Ballon-Bruchlandung Sekunden später die ersten Lacher: Peter, Just und Bob finden sich auf einem kalifornischen Hochplateau wieder, das sich schon bald als Festung eines unheimlichen Einzelgängers erweist, der sich die Welt mit Hilfe eines geheimnisvollen Colorphonicums untertan machen will: Er arbeitet an einer Sinfonie, die Klänge in Farben, Gerüche, Gefühle und Geschmäcker verwandelt und Menschen willenlos macht.

Wer nun glaubt, ein Hörspiel auf die Bühne zu bringen, sei eher dröge, sieht sich getäuscht. Denn die Macher von „Die drei ???“ wissen, was sie ihren Zuhörern bieten müssen. Neben der großen LED-Leinwand, auf der mal ein XXL-Mund zu den drei Detektiven spricht, mal eine Seilbahnfahrt zu sehen ist, tauchen auch die Sprecher auf Bildschirmen auf. Eine Kamera mit Zerr-Optik zaubert saukomische Fratzen von Bob, Peter und Justus auf die Monitore. Die beste Unterhaltung aber bieten tatsächlich die drei Hauptdarsteller selbst, die ihre Rollen zwar vom Papier ablesen, diese ansonsten aber eher spielen, denn sprechen.

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Immer wieder hechten die Drei im Dauerlauf über die Bühne, imitieren zu den Geräuschen von Jörg Klinkenberg allerlei Action oder animieren sich gegenseitig zu Gags. Liebling der Fans ist erstaunlicherweise nicht der altkluge Justus alias Oliver Rohrbeck, sondern Jens Wawrczeck, dessen Spektrum an mimischen Ausdrücken unglaublich ist: Wenn er mit diabolisch hochgezogener Augenbraue à la Jack Nicholson auf Spurensuche geht und dabei durch die Kulissen tapst wie ein großer Teddybär, sorgt allein das für Heiterkeit. Und wie Klinkenberg mit einfachen Hilfsmitteln wie Gabeln, einer Schiefertafel, einer großen Gliederkette oder einem Sack Sand Geräuschillusionen erzeugt, die das Geschehen perfekt untermalen, ist überaus spannend zu beobachten.

Rubriklistenbild: © dpa

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