Drohende Pachterhöhung

Wasserhäuschen fürchten um Existenz

Frankfurt - Für viele Frankfurter sind die insgesamt 544 sogenannten Wasserhäuschen Teil der Stadttradition, doch elf Pächter der traditionellen Kiosks fürchten nun um ihre Existenz.

Grund dafür ist eine drohende Pachterhöhung. Die Stadt Frankfurt, der viele Grundstücke gehören, habe die Pacht nach sehr vielen Jahren erstmals wieder überprüft und rückwirkend angepasst, teilte die Brauereigruppe Radeberger mit. Das Unternehmen verpachtet die Häuschen, die auf diesen Grundstücken stehen. Eine Mieterin hatte der "Frankfurter Neuen Presse" von einer Erhöhung von 40 Prozent berichtet, ein weiterer von rund 70 Prozent.

Eine Sprecherin des Baudezernats bestätigte die Pachterhöhungen. Nach mehreren Medienberichten über die Existenzangst der Kioskbesitzer habe die Stadt allerdings entschieden, sich noch einmal mit Radeberger zusammenzusetzen. Es müsse geklärt werden, wie die Mieterhöhung an die Pächter zustande gekommen sei. "Wenn wir jetzt nach einer längeren Zeit ohne Pachterhöhungen erstmals wieder die Preise anheben, darf dass natürlich nicht dazu führen, dass Pachten verlangt werden, die nicht zu erwirtschaften sind", betonte Baudezernent Jan Schneider (CDU) in einer Stellungnahme.

Radeberger teilte mit, die Erhöhung der Grundstückspacht "ohne jegliche Aufschläge" an die Kioskbesitzer weitergegeben zu haben. Sie seien aber auch bereit, in Dialog mit der Stadt zu treten. Die Wasserhäuschen entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts und verkauften damals Mineralwasser - heutzutage umfasst das Warenangebot der Büdchen auch Alkohol, Softdrinks und Snacks. (dpa)

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