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Drohendes Chaos an Flughäfen: 2000 Arbeiter aus der Türkei sollen für Entlastung sorgen

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Etliche Corona-Fälle und Streiks treffen auf ein ohnehin schon enges personelles Korsett an deutschen Flughäfen. Die Branche hofft daher nun auf Arbeiter aus der Türkei.

Flughafen Frankfurt – Nach zwei Jahren pandemiebedingter Reise-Einschränkungen packt viele Menschen in Deutschland derzeit wieder das Fernweh. Doch die steigende Reiselust trifft auf fehlendes Personal innerhalb der Tourismus-Branche. Das Ergebnis: Chaos an den deutschen Flughäfen. Passagiere blicken lange Schlagen und Wartezeiten entgegen; auch am Flughafen Frankfurt. Hilfe soll nun aus dem Ausland kommen, um der chaotischen Lage Herr zu werden.

Ob am Boden oder in der Luft: Ausgerechnet mit Blick auf die anstehenden Sommerferien vermelden Airlines und Flughafenbetreiber fehlendes Personal. Von Szenen, wie am Londoner Flughafen Heathrow, blieb der Flughafen Frankfurt bislang aber verschont. Vor einigen Tagen kursierten Bilder durch das Netz, auf dem sich unzählige Koffer von Reisenden in der Abflughalle des Flughafens in London stapelten.

Wegen Personalmangel: Lufthansa streicht fast 3000 Flugverbindungen

Schon vor Wochen haben Experten der Flughafenbranche auch in Deutschland auf die prekäre Lage hingewiesen und vor zu erwartende Flugausfälle gewarnt. Aufgrund von fehlenden Arbeitskräften, kündigte etwa Lufthansa nun an, mehr als 2000 weitere Flüge von ihren Hauptstandorten am Flughafen Frankfurt und München in der Sommerferienzeit streichen zu müssen. Und das, nachdem das Unternehmen bereits vor 14 Tagen 900 Verbindungen innerhalb Deutschlands und Europa gestrichen hatte.

Ähnlich sieht es bei der Lufthansa-Tochter Eurowings aus. Auch bei der deutschen Billig-Fluggesellschaft rechne man mit weiteren Flugausfällen im Juli. Und: Die Prognose für den August sähe laut Experten der Flugbranche nicht besser aus, falls sich die Lage an den Flughäfen nicht entspanne.

Flughafen Frankfurt: 2000 Arbeiter aus der Türkei sollen Personal-Not an deutschen Flughäfen abfedern

Grund für die heikle Lage: etliche Krankmeldung innerhalb der Branche aufgrund von Corona-Fällen. Die steigenden Inzidenzen zeige auch Auswirkungen auf die Reisebranche. Zudem kommt, dass aufgrund der eingeschränkten Reise-Möglichkeiten Flughäfen und Fluggesellschaften wahrend der Pandemie Personal abgebaut haben, das ihnen nun fehlt. 1000 unbesetzte Stellen seien es alleine in Frankfurt.

Lufthansa am Flughafen Düsseldorf
Leere Lufthansa-Ticketschalter am Flughafen Düsseldorf. Mitten in der Sommerferienzeit streicht die Airline wegen Personalmangels mehr als 2000 weitere Flüge an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München. © picture alliance / dpa

Deshalb hoffe man nun innerhalb der Luftverkehrsbranche auf Hilfe von Außen. Rund 2000 Arbeiter aus der Türkei sollen das Personal hierzulande verstärken und eine drohende Krise während der Hauptreisezeit in den Sommerferien abwenden. Eine Ausnahmeregelung der Behörden soll das möglich machen. »Wir hoffen, dass es sehr zügig geht«, sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) gegenüber dem Spiegel.

Zu der angespannten personellen Lage kommen jetzt wohl auch noch Flughafen-Streiks

Eine Entlastung der Situation scheint bitter nötig. Denn zu der ohnehin schon angespannten Lage kommen nun wohl noch Streiks mehrerer Airlines hinzu. Neben der irischen Billig-Fluggesellschaft Ryanair werden wohl auch Mitarbeiter der British Airways und Brussels Airlines ihre Arbeit vorübergehend niederlegen.

Ärger, der durchaus auch auf Deutschland zukommen könnte: Denn für rund 20.000 Lufthansa-Beschäftigte am Boden fordert die Gewerkschaft Verdi 9,5 Prozent mehr Geld. Deren Tarifverträge laufen am 30. Juni aus. Es wäre nicht das erste Mal, dass Streiks am Boden die Luftfahrt am Flughafen Frankfurt lähmen. Erst im März dieses Jahres sorgten Uneinigkeiten bei Tarifverträge für Probleme. Wie Sie trotzdem Stress beim Abflug in Frankfurt vermeiden, lesen Sie hier. (Romina Kunze)

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