Ermittlungen gegen Jugendamt-Mitarbeiter eingestellt

Nach Mord an Jessica B.: Anklage gegen Ex-Freund erhoben

Frankfurt - Nach dem Mord an Jessica B. hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter des Jugendamtes eingestellt.

Rund ein halbes Jahr nachdem Ermittler Leichenteile der Frankfurterin Jessica B. auf einer Mülldeponie entdeckt haben, hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Dem Ex-Freund der getöteten 22-Jährigen werde Totschlag vorgeworfen, berichtete die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Frankfurt. Die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes wegen fahrlässiger Tötung der jungen Mutter wurden unterdessen eingestellt. Der Schutzauftrag der Behörde habe sich nicht auf die 22 Jahre alte Mutter, sondern nur auf ihren kleinen Sohn bezogen. Die Eltern der 22-jährigen Jessica B. hatten Anzeige erstattet wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Amt durch Unterlassen. Ihrer Ansicht nach hatte die Behörde nicht nur Verantwortung für den Sohn der 22-Jährigen, sondern auch für Jessica B. selbst. 

Die Eltern der Ermordeten hatten ihre Anzeige darin begründet, dass Jessica B. Angst vor ihrem Ex-Freund gehabt und sie das Jugendamt erfolglos gebeten habe, sie und ihren einjährigen Sohn in einem Heim unterzubringen. Im Juli 2015 verschwand die 22-Jährige schließlich. Nach der Leiche wurde lange gesucht, erst zwei Monate später fand man sie auf der Mülldeponie Flörsheim-Wicker. Der Tatverdächtige war zu diesem Zeitpunkt bereits verhaftet. Dass gegen Mitarbeiter eines Jugendamts wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wurde, sei ungewöhnlich, sagte Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nun sind diese Ermittlungen vom Tisch.

Archivbilder

Leichenteile in Garage gefunden

dani/dpa

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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