Fehlender Lebensstandard im Alter

769 Euro groß ist die Rentenlücke

Frankfurt - 769 Euro fehlen deutschen Rentnern durchschnittlich im Monat, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter halten zu können.

Dabei ist die Differenz zwischen dem letzten Lohn und der Rentenzahlung regional sehr unterschiedlich, wie die Deka-Bank gestern in Frankfurt mitteilte. Am größten ist sie in Hamburg. Rentnern in der Hansestadt fehlen durchschnittlich 1076 Euro. Mit 344 Euro ist die Differenz in Mecklenburg-Vorpommern am geringsten. „In den einkommensstarken Bundesländern ist die Lücke am größten“, sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt bei der Deka. „Die Beitragsbemessungsgrenze deckelt die Rentenzahlungen nach oben, sodass sich aus höheren Löhnen nicht automatisch eine nach oben offene höhere Rente ergibt. “ Die Volkswirte der Deka beziehen sich auf das Statistische Bundesamt.

Auffällig ist das Ost-West-Gefälle. Fehlen Rentnern in den neuen Bundesländern durchschnittlich 380 Euro, so sind es in den alten Bundesländern knapp 830 Euro. Lückenlosere Erwerbsbiografien zu DDR-Zeiten und die Aufwertung der Osteinkommen in der Rentenversicherung nach der Wende führen zu durchschnittlich höheren Rentenzahlungen im Osten. Anders als in Bayern, Hessen und Hamburg ist das Polster aber deutlich geringer.

„Um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter halten zu können, kann die gesetzliche Rente nur einer von mehreren Vorsorgebausteinen sein“, erklärte Kater. Betriebliche Altersvorsorge und eine private Vorsorge würden eine immer größere Rolle spielen. Doch Geringverdienern falle es schwer, fürs Alter zu sparen. (ku)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare