Oberbürgermeister bleibt im Amt

Feldmann gewinnt deutlich bei miserabler Wahlbeteiligung

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Gefragter Sieger: Bei der Oberbürgermeister-Stichwahl in Frankfurt hat Peter Feldmann wie erwartet gewonnen.

Frankfurt - Der Alte ist auch der Neue. Peter Feldmann (SPD) gewinnt in Frankfurt die Oberbürgermeister-Stichwahl haushoch. Nur wenige Wahlberechtigte lassen sich an die Urnen locken.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann ist heute mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt worden. Der SPD-Politiker gewann die Stichwahl gegen Bernadette Weyland von der CDU. Auf den 59-jährigen Feldmann entfielen laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 70,8 Prozent der Stimmen, die 60 Jahre alte Weyland kam auf 29,2 Prozent.

Die Wahlbeteiligung war mit 30,2 Prozent äußerst schwach – die schlechteste seit der Einführung der OB-Direktwahl 1995. In der Runde vor zwei Wochen hatten sich noch 37,6 Prozent beteiligt. Insgesamt waren in der hessischen Metropole mit ihren knapp 740 000 Einwohnern mehr als eine halb Million Menschen zur Wahl aufgerufen.

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Feldmann wurde in der Stichwahl seiner Favoritenrolle gerecht. Er hatte bereits beim ersten Urnengang vor zwei Wochen 46 Prozent der Stimmen erhalten – und somit knapp die für einen Sieg notwendige Mehrheit von 50 Prozent verpasst. Weyland hatte am 25. Februar 25,4 Prozent erreicht. Alle anderen Kandidaten waren für die Stichwahl aus dem Rennen.

Feldmann profitierte wohl von der Wahlempfehlung der Linken. Deren Kandidatin Janine Wissler hatte vor zwei Wochen 8,8 Prozent geholt. Die Grünen (Eskandari-Grünberg, 9,3 Prozent im ersten Wahlgang) hatten keine Empfehlung ausgesprochen, ebenso wie die FDP. Deren Mitglied Volker Stein, der als unabhängiger Kandidat in der ersten Runde 5,9 Prozent der Stimmen erhalten hatte, hatte sich aber ebenfalls für Feldmann ausgesprochen.

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Feldmann, der 2012 als wenig bekannter Frankfurter SPD-Politiker überraschend ins Amt gehoben worden war, wird nun weitere sechs Jahre an der Spitze der Finanzmetropole stehen. Die Stadt wird aktuell von einer Koalition aus CDU, SPD und Grünen regiert. Bis zur Kommunalwahl 2016 hatte es Feldmann mit einer ihm nicht freundlich gesonnenen schwarz-grünen Koalition zu tun.

Am Wahlabend betonte Feldmann, dass es „ein Erfolg vor allem von denjenigen ist, die sich für die Stadt auf den Weg gemacht haben, sich zu engagieren.“ Weyland gab zu: „Jeder weiß, wie schwer es ist, jemanden zu attackieren, der sich im Amt befindet. Das ist mir nicht gelungen.“ Die Gründe für ihre Niederlage müsse sie noch analysieren.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel lobte derweil, es habe sich ausgezahlt, dass Feldmann Frankfurt mit klarem Kurs geführt habe. „Der heutige Tag hat bewiesen, dass die CDU in den Großstädten weiter an Boden verliert.“ Das mache ihn zuversichtlich für die Landtagswahl im Oktober. (dpa)

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