240. Montagsdemo

Flughafen-Ausbaugegner fordern weitere Schritte gegen Ryanair

Frankfurt - Schon vor 20 Jahren forderten Bürgerinitiativen einen Ausbaustopp am größten deutschen Flughafen und ein achtstündiges Nachtflugverbot. An diesem Montag begehen sie ihren Jahrestag und halten an ihren Zielen unbeirrt fest.

Auch nach 20 Jahren wollen die Bürgerinitiativen gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens ihre Arbeit unbeirrt fortsetzen. Im Mittelpunkt stehe derzeit unter anderem, andauernde Verstöße gegen das Nachtflugverbot zu unterbinden, sagte der Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen (BBI), Thomas Scheffler, der Deutschen Presse-Agentur. Ein Gespräch des hessischen Wirtschaftsministeriums mit der Billig-Fluglinie Ryanair im Dezember habe zwar eine Verbesserung gebracht. Dennoch würden weiter Landungen nach 23 Uhr registriert. "Hier muss dringend etwas getan werden", sagte Scheffler, denn Ryanair wolle die Zahl seiner Fluge aus und nach Frankfurt erhöhen. Das Nachtflugverbot gilt von 23 bis 5 Uhr.

Das Ministerium hatte Anfang Februar von einem erneuten Gespräch mit der Airline berichtet und eine genaue Prüfung angekündigt. Dem Ministerium zufolge waren im November und Dezember vergangenen Jahres jeweils 35 Ryanair-Flieger verspätet nach 23 Uhr in Frankfurt gelandet, im Januar dann 19, im Februar noch 9.

Das Bündnis der Ausbaugegner hat sich am 5. März 1998 gegründet, nachdem Forderungen nach einer weiteren Start- und Landebahn laut geworden waren. Heute besteht es eigenen Angaben zufolge aus mehr als 80 Initiativen, die aus Rheinhessen, Mainz, dem Taunus und Frankfurt bis nach Darmstadt und Marktheidenfeld in Nordbayern stammen.

An diesem Montag organisiert das Bündnis die 240. Montagsdemonstration am Flughafen, die einst mit Eröffnung der neuen Nordwest-Landebahn 2011 startete. Die Teilnehmerzahlen sinken jedoch, wie Scheffler einräumte. "Es wäre schön, wenn mehr junge Leute zu der Erkenntnis kämen, dass sie sich uns anschließen."

Das Transithotel am Flughafen Frankfurt

Das Bündnis setzt sich unter anderem für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr sowie die Verringerung der Flugbewegungen auf maximal 380.000 pro Jahr ein und lehnt den weiteren Ausbau ab. Scheffler sagte, er hoffe langfristig vor allem auf eine gesellschaftliche Einsicht, dass "man auch ohne Vielfliegerei leben kann".

Die Politik dagegen habe zuletzt enttäuscht: Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) habe mit großen Versprechungen Wahlkampf geführt, dann aber "viele Fahnen wieder eingerollt". Die erreichten Lärmpausen beispielsweise seien reine Lärmverschiebungen und brächten unter dem Strich nichts. Dies gelte auch für präzisere Anflugverfahren: "Sie können noch so präzise fliegen, hier fliegen sie im Endanflug immer über Städte und dicht besiedeltes Gebiet." (dpa)

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