Ansage an Lufthansa und Co

Warnstreik im Flughafen Frankfurt: Ansage an Deutsche Post, Lufthansa und Fraport

In blaue Säcke verpackt sind Luftpostsendungen, die ein Arbeiter im Airmail-Center am Flughafen Frankfurt scannt. Täglich werden hier unzählige Sendungen umgeschlagen.
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In blaue Säcke verpackt sind Luftpostsendungen, die ein Arbeiter im Airmail-Center am Flughafen Frankfurt scannt. Täglich werden hier unzählige Sendungen umgeschlagen. (Archiv)

Stillstand bei der internationalen Post: Tausende Briefe und Pakete bleiben am Boden, weil die Frühschicht im Airmail Center am Flughafen Frankfurt streikt. Ziel ist ein Haustarifvertrag.

  • Flughafen Frankfurt*: Gewerkschaft Ver.di ruft zum ersten Streik im Airmail Center Frankfurt (ACF) auf.
  • Mehrere zehntausend Luftpost-Sendungen bleiben vorerst am Boden.
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Flughafen Frankfurt ‒ Am Flughafen Frankfurt sind am Donnerstagmorgen (11.03.2021) mehrere zehntausend Luftpostsendungen erst einmal liegen geblieben. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Frühschicht des Airmail Center Frankfurt (ACF) zu einem Warnstreik aufgerufen. Wegen der guten Beteiligung habe nur ein Notdienst aufrechterhalten werden können, berichtete Verdi-Verhandlungsführer Andreas Jung. Es seien rund 60 von insgesamt 200 Beschäftigten dabei gewesen. Die Spätschicht werde nicht bestreikt.

Die Gewerkschaft will einen Haustarifvertrag bei dem Joint Venture durchsetzen, das von den tarifgebundenen Aktiengesellschaften Deutsche Post AG, Lufthansa Cargo AG und Fraport AG gemeinsam betrieben wird. Dieser Forderung ist die Arbeitgeberseite trotz Verhandlungen seit gut einem Jahr nicht nachgekommen, heißt es in der Mitteilung von Verdi. „Mit dieser Aktion soll den berechtigten Forderungen unserer Mitglieder Nachdruck verliehen werden“ erläutert Andreas Jung, „dies ist nur als Signal zu verstehen.“

Streik am Flughafen Frankfurt: Deutsche Post, Lufthansa Cargo und Fraport in der Verantwortung

Die Aktion soll auch speziell ein Signal an die Deutsche Post AG, die Lufthansa Cargo AG und die Fraport AG sein: Man könne sich nicht aus der Verantwortung ziehen, im Airmail Center Frankfurt (ACF) die eigenen Dienstleistungen billig erbringen zu lassen, so der Verdi-Verhandlungsführer. Die nächste Verhandlungsrunde ist laut Verdi für den kommenden Mittwoch (17.03.2021) vorgesehen. Sollte das Signal auf Arbeitgeberseite und Seite der Aktiengesellschaften nicht ankommen, droht die Gewerkschaft mit weiteren Streiks im Postzentrum am Flughafen Frankfurt und dann deutlich stärkeren Signalen.

Dicht an dicht stehen Container mit Postsendungen im Internationalen Postzentrum (IPZ) am Flughafen in Frankfurt am Main. (Archiv)

Streik im Postzentrum am Flughafen Frankfurt: Deutsche Post direkt betroffen

Die Airmail Center am Flughafen Frankfurt ist weltweit eines der wichtigsten Drehkreuze für Import und Export sowie Umschlag internationaler Massensendungen. Täglich werden rund 400 Tonnen internationale Luftpost umgeschlagen.  Briefe, Päckchen und Pakete werden im ACF auf Flüge zu täglich rund 300 Zielen weltweit verteilt - das Zentrum stellt die Abfertigung zwischen den Flugzeugen, dem Internationalen Postzentrum (IPZ) der Deutschen Post und der Lieferungen „am Boden“ sicher. Betroffen von dem Warnstreik an diesem Mittwoch waren mehrere zehntausend nationale und internationale Luftpostsendungen und dementsprechend auch das Postzentrum Deutsche Post DHL am Flughafen Frankfurt. (iwe) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Erst vor kurzem wurde am Flughafen Frankfurt gestreikt. An dem internationalen Drehkreuz in Frankfurt werden derzeit drastisch Jobs gestrichen. Auch 200 Wisag-Mitarbeiter, die für die Be- und Entladung von Flugzeugen und den Passagierservice zuständig sind, müssen gehen. Diese sehen die Corona-Pandemie nur als Vorwand für die Entlassungen und beginnen einen Hungerstreik.

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