Linie 47

Bus 47 fährt abends nicht – „So wird das nichts mit der Verkehrswende“

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Vor allem ältere Bewohner des Mühlbergs sind von der Buslinie 47 abhängig. Die fährt aber abends nur bis halb neun. Ein Antrag auf Verlängerung der Fahrtzeiten ist gescheitert.

Der Bus der Linie 47 fährt am späteren Abend nicht mehr, die letzte Abfahrt am Südbahnhof ist um 20.37 Uhr. Die Bewohner des Mühlbergs fühlen sich deshalb vom Stadtleben abgeschnitten.

  • Bus 47 in Frankfurt fährt am Abend nicht mehr
  • Senioren müssen längere Wege in Kauf nehmen
  • "So wird das nichts mit der Verkehrswende"

Frankfurt – "Wenn wir ausgehen, ins Theater oder ins Restaurant, müssen wir für die Rückfahrt ein teures Taxi bestellen - oder eben früh heimgehen", schildert Anwohner Norbert Perrot. "Wer am Mühlberg wohnt, ist dazu verdammt, abends früh zu Hause zu sein", fügt Heidi Schröder, die im Johanna-Melber-Weg wohnt, hinzu.

Bus 47 in Frankfurt fährt Abends nicht mehr: "Wirtschaftlich nicht vertretbar"

Trotz der Unterstützung des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) und des Seniorenbeauftragten hat die Stadt jetzt den Antrag auf Ausweitung der Busfahrtzeiten abgelehnt. Das sei "wirtschaftlich nicht vertretbar", da so wenige den Bus nutzten. Außerdem gebe es ja die Buslinie 48, die teilweise auf derselben Strecke länger fahre.

"Die Linie 48 erschließt die Straßenzüge Hainer Weg und Wendelsweg in ihrer gesamten Länge bis zum Sachsenhäuser Landwehrweg, hat damit eine größere Erschließungswirkung als die Linie 47 und bietet bis 1 Uhr in der Nacht Fahrten an", schreibt die Stadtverwaltung in einer aktuellen Stellungnahme. Es gebe zwei Haltestellen, die ausschließlich durch die Linie 47 bedient werden, "die sich jedoch nicht weit entfernt von Haltestellen der Linie 48 befinden".

Bus 47 in Frankfurt: Senioren müssen längeren Weg in Kauf nehmen

Etwa die Haltestelle "Geleitsstraße", die nahe den Haltepunkten "Wendelsplatz" und "Henninger-Turm" liege. Für die Haltestelle "Dielmannstraße" gibt es mit den Haltestellen "Wertheimer Straße", "Seehofpark" und "Am Sandberg" drei alternative Haltestellen der Linie 48.

Jedoch: Wenn es so einfach wäre, würden sich die Mühlbergbewohner vermutlich nicht für die Verlängerung der 47 einsetzen. Denn Linie 48 fährt eben nicht in voller Länge auf dem Wendelsweg, wie in der Stellungnahme behauptet. Nur im oberen Abschnitt ab Haltestelle Goetheturm entlang der Kleingärten fährt die 48 auf dem Wendelsweg, bevor sie in die Straße "Am Sandberg" abbiegt und zum Hainer Weg zurückfährt. Gerade für Senioren und Gehbehinderte seien diese Wege aber zu weit, sagt der Seniorenbeauftragte im Frankfurter Süden, Franz Zimmermann: "Das Gebiet östlich des Wendelsweg liegt weit weg vom Hainer Weg. Wer dort wohnt, hat ein großes Stück zu laufen."

Bus 47 in Frankfurt: "Man zwingt die Leute dazu, sich ein teures Taxi zu nehmen."

Zimmermann wäre dafür, den Bus 47 bis 24 Uhr fahren zu lassen, mindestens aber zwei Stunden länger als jetzt. "Ich halte es für eine Engstirnigkeit der Stadt, nicht dem Wunsch der Bürger nachzukommen. Man zwingt die Leute dazu, sich ein teures Taxi zu nehmen."

Der Seniorenbeauftragte plädiert für einen erneuten Antrag im Ortsbeirat. Auch der Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) ist über die Stellungnahme empört. Das Argument der Wirtschaftlichkeit zieht für ihn nicht: "Der ÖPNV ist doch ohnehin ein Zuschussprojekt, wie es auch Spielplätze und andere öffentliche Einrichtungen sind. Es geht doch darum, die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen", sagt Becker.

Bus 47 in Frankfurt zusammengestrichen: "So wird das nichts mit der Verkehrswende"

"Man nimmt den Leuten den Spaß am Leben, wenn sie abends schon um 21 Uhr zu Hause sein müssen." So dürfe man sich auch nicht wundern, wenn es mit der Verringerung des Autoverkehrs nicht klappe: "Die Bürger wollen ja Bus fahren und nicht mit dem Auto." Gerade in Zeiten von Dieselfahrverboten liege es doch auf der Hand, dass der ÖPNV gestärkt werden müsse. Das Land Hessen biete das Seniorenticket an, aber es fahren nicht genug Busse. "So wird das nichts mit der Verkehrswende", findet Becker.

stw

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