Statistiken belegen

Diese Vorurteile über Frankfurt stimmen tatsächlich

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Frankfurt-Vorurteile gibt es viele. Ist Frankfurt die Stadt der Singles? Verdient man wirklich so gut? Welches Vorurteil stimmt?

Vorurteile über Frankfurt gibt es viele. Ist Frankfurt die Stadt der Singles? Verdient man wirklich so gut? Zahlreiche Klischees stimmen tatsächlich.

Frankfurt - Wird es in Frankfurt wirklich immer heißer? Verdient man in der Stadt so gut, wie es heißt? Und kommen wirklich zum größten Teil chinesische Touristen an den Main? Alles Vorurteil oder ist etwas Wahres dran? Solchen Fragen ist der auch für Statistik zuständige Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung des Statistischen Jahrbuchs nachgegangen.

Klar zutreffend ist etwa die Aussage, dass Frankfurt wächst und wächst. Noch 2004 hatte die Stadt etwas mehr als 620.000 Einwohner, im vergangenen Februar waren erstmals mehr als 750.000 Menschen mit Hauptwohnsitz in Frankfurt gemeldet. Und der Zuzug hält an. Schon im Frühjahr werde Frankfurt wohl 760.000 Einwohner zählen, sagte Schneider. Mitte des neuen Jahrzehnts könne die Stadt die 800.000-Einwohner-Marke überspringen.

Vorurteile über Frankfurt: Stadt zieht junge Leute an

Dabei zieht die Stadt, wie andere Zahlen aus dem Statistikbuch zeigen, vor allem junge Leute an. Von den mehr als 65.000 Menschen, die im vergangenen Jahr nach Frankfurt zogen, waren mehr als 25.000 im Alter von 25 bis 34 Jahren, fast 16.000 zwischen 15 und 24 Jahre alt. Dagegen kam nur gut 1.200 Menschen über 65 neu nach Frankfurt.

Internationale Stadt Menschen aus 179 Nationenlebten 2018 in Frankfurt. 29,8 Prozent der Frankfurter hatten einen ausländischen Pass. Häufigste Staatsangehörigkeiten sind dabei türkisch, kroatisch und italienisch. Unternehmen aus 136 Nationen sind in Frankfurt ansässig, besonders viele aus Polen und der Türkei.

Von den Frankfurternmit deutschem Pass hatten nach Zahlen des statistischen Jahrbuchs im Jahr 2018 genau 23,9 Prozent einen Migrationshintergrund. Unter den Schülern lag die Zahl bei 41,4 Prozent. Insgesamt haben 53,7 Prozent der Frankfurter Migrationshintergrund. Bei 61,8 Prozent der Kita-Kinder kommt mindestens ein Elternteil aus dem Ausland. cm

Auch dass Frankfurt eine Stadt der Singles ist, stimmt. 52,7 Prozent der Menschen in der Stadt leben allein. Die Zahl ist allerdings rückläufig. Seit einem Höchststand von 54,9 Prozent im Jahr 2015 sinkt sie laut Schneider. Zugleich sei die Zahl der Familien mit Kindern auf nun 18,5 Prozent der Haushalte gestiegen. Die große Mehrheit der Haushalte lebt dabei in Mehrfamilienhäusern. Gut 398.000 Wohnungen gab es 2018 in Frankfurt. Von diesen waren 87,4 Prozent in Mehrfamilienhäusern.

Dass so viele Menschen nach Frankfurt ziehen, hat mit dem großen und weiter wachsenden Arbeitsplatzangebot zu tun, aber auch mit den hohen Gehältern, die in Frankfurt gezahlt werden. Im Mittelwert verdienten die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt nach den von Schneider präsentierten Zahlen im vergangenen Jahr 4.307 Euro brutto im Monat.
Das liegt deutlich über Bundes- und Landesdurchschnitt. Betrachtet man die Gehälter der Menschen, die in Frankfurt leben, sieht die Sache allerdings anders aus. Nach Zahlen des städtischen Wohnungsmarktberichts lag das verfügbare Jahreseinkommen der Frankfurter gerade einmal bei 21.690 Euro. Viele Menschen, die in Frankfurt hohe Gehälter beziehen, leben also immer noch im Speckgürtel, etwa im Taunus.

Auch die Zahl der Touristen, die in Frankfurt übernachten, ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen. Dass es sich bei den Reisenden vor allem um Chinesen handele, wie manche behaupten, ist aber Quatsch. Größte Gruppe unter den Touristen sind Menschen aus den Vereinigten Staaten.

Ein weiteres Vorurteil über Frankfurt kann belegt werden

Klar belegbar ist dagegen das Vorurteil, dass es in Frankfurt immer wärmer wird. Mit 12,5 Grad Celsius Durchschnittstemperatur war das vergangene Jahr heiß wie nie. Das Westend war deutschlandweit der wärmste Ort.

Von Christoph Manus

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