Umwelt

Frankfurter Eiscafés schonen die Umwelt - Mit dieser einfachen und genialen Idee

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Bio-Kaffeebecher oder Eisschale aus Palmblättern: Mario Talamini,Geschäftsführer vom Eiscafé Lido, stellt auf Öko-Produkte um.

Nur noch wenige Plastikbecher sind in den Regalen im Eiscafé Lido zu finden. Geschäftsführer Mario Talamini hat seit Kurzem auf nachhaltige Produkte umgestellt. Für ihn ein Schritt in die richtige Richtung.

Frankfurt - Waffel, Ökobecher oder Palmblattschale? Wer sein Eis im Eiscafé Lido in Niederrad kauft, hat seit einiger Zeit eine größere und vor allem umweltfreundliche Auswahl, aus welchem Gefäß das Eis gelöffelt oder geschleckt werden soll.

Anfang des Jahres hat Geschäftsführer Mario Talamini neue ökologisch abbaubare Produkte bestellt und kann sie nun in seinen Laden nutzen. Wenn die Restbestände von Plastikprodukten aufgebraucht sind, wird er nur noch Öko-Eis- und Kaffee-To-Go-Becher, Palmblatt-Schalen, Löffel und Strohhalme aus recyclebarem PLA (Polylactic Acid) anbieten.

Genuss aus der Palmblatt-Schale: Gute Rückmeldungen

„Ich habe auf diese Produkte umgestellt, weil ich auch einen kleinen Beitrag für die Umwelt leisten will“, sagt der Niederräder. Auch wenn es laut ihm „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“ ist. Die höheren Preise für die Öko-Produkte nimmt er dafür gerne in Kauf. Auf sein Eis werden die Mehrkosten natürlich nicht umgeschlagen.

„Auch meine Kunden nehmen die Produkte gut an“, sagt Talamini. Vor allem die Schalen aus Palmblätter fallen durch ihr natürliches Aussehen auf. Viele Fragen nach dem Material und sind erstaunt.

Die Palmblatt-Schalen sind lebensmittelgerecht, vollständig kompostierbar, werden fair und klimaschonend produziert. Die Palmblätter werden für die Schalen nur gereinigt und in die passende Form gepresst. Die Verarbeitung erfolgt direkt im Ursprungsland, steht auf der mitgelieferten Infotafel. Die Öko-Kaffee- und Eisbecher bestehen aus FCS-zertifiziertem Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Auch sie sind sehr schnell abbaubar. Die Eislöffel und Strohhalme sind aus Polylactic, die aus Milchsäuremolekülen bestehen.

Abgesehen vom Aussehen stehen die Produkte den vorherigen in nichts nach. Einzig mit den Öko-Kaffeebechern können sich ein paar Kunden noch nicht anfreunden. Der Grund: Die Becher haben keinen Deckel – das Papier wird oben zusammengefaltet und der Kaffee anschließend wie aus einer Schnabeltasse getrunken. „Da streiten sich die Leute noch drüber“, sagt Talamini und lacht. Eventuell wird er die Becher noch durch ökologische Kaffeebecher mit Deckel-Aufsatz austauschen. Auch die Becher für Milchmix-Getränke will er bald durch umweltfreundliche Varianten ersetzen. Damit wäre dann sein gesamtes Sortiment plastikfrei und umweltfreundlich.

Das Eiscafé Christina auf der Eckenheimer Landstraße ist ebenfalls dabei schrittweise von Plastik auf umweltfreundlichere Produkte umzustellen. Bei der Eisproduktion und der Bewirtung im Laden sind schon seit Langem kaum noch Plastikprodukte zu finden. Einzig die Schalen für große Eisbecher sind aus Kunststoff, können jedoch nach der Benutzung ohne Probleme gespült werden.

Der nächste Schritt sind nun ökologisch abbaubare Einweg-Produkte zum Mitnehmen. „Wir wollen versuchen, noch mehr Müll einzusparen“, sagt Petra Spadotto, die seit 1974, zusammen mit ihrem Mann Corrado Spadotto, das bekannte Eiscafé führt. Zwei Kugeln Eis gibt es schon jetzt im umweltfreundlichen Bio-Eisbecher zu kaufen.

Verzicht auf Plastik verursacht höhere Kosten

Ausprobiert werden seit einiger Zeit auch Schalen aus Palmblättern sowie Strohhalme und Eislöffel aus dem biologisch abbaubaren PLA. „Wir schauen gerade, was uns davon am besten gefällt“, sagt Petra Spadotto. Denn die Besitzer des Eiscafés schauen bei ihren Produkten nicht nach dem günstigsten Preis, sondern nach der besten Qualität. „Es gibt viele gute Produkte. Das Angebot ist da und wächst,“ sagt Petra Spadotto. Vor kurzem hat sie eine Schale aus Zuckerrohr gesehen, die sich gut für den Betrieb vorstellen könnte, nur etwas größer dürfte sie noch sein. Sie hat einige davon zum Testen bestellt.

Ein Umdenken muss jedoch von beiden Seiten kommen, findet Spadotto. Aufwendig zum Mitnehmen verpackte Eisbecher werden von manchen Kunden dann doch direkt im Laden gegessen. Der Biomülleimer, direkt vor dem Laden, wird nicht richtig genutzt. Es landet trotz Beschriftung noch immer Plastik darin. „Das finde ich dann immer sehr schade“, sagt Petra Spadotto.

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