Im Internet gekauft

Prozess: Hunderte illegale Knallkörper gelagert 

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Große Mengen an illegalen Feuerwerkskörpern, wie hier auf unserem Symbolbild, hatte ein Mann in der Goldsteinsiedlung in seiner Wohnung gelagert.

Hunderte Knallkörper, Raketen, Böller und zwei selbstgebaute Handgranaten hatte die Polizei in einer Wohnung in der Goldsteinsiedlung sichergestellt - der 26-jährige Besitzer muss sich nun vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten.

Frankfurt.Der Mann aus der Goldsteinsiedlung wollte an Silvester 2014 das neue Jahr gebührend, aber auch kostensparend begrüßen. Also kaufte er seine Feuerwerkskörper nicht etwa in einem gewöhnlichen, dafür autorisierten Geschäft, sondern im Internet - und dies gemeinsam mit einem Kumpel.

Wenige Tage vor dem Jahreswechsel trafen 871 Knallkörper, diverse Raketenantriebe, zwei selbstgebaute Handgranaten und mehrere sogenannte Polenböller bei ihm ein. Keiner der Feuerwerksartikel trug die gesetzlich vorgeschriebenen Embleme und Kennzeichen. Das störte den Besteller zunächst nicht weiter.

Erst als einer der Knallkörper in der Silvesternacht dem Mann mit lautem Donnerschlag um die Ohren flog, wurde er buchstäblich hellhörig. Er beschloss, die restlichen Artikel wieder dem Verkäufer zurückzugeben.

Überraschender Fund: Hunderte illegale Knallkörper

Doch dazu kam es nicht. In anderer Sache bereits bei der Polizei auffällig geworden, hatte er am 8. Januar 2014 eine Hausdurchsuchung zu verkraften.

Die Beamten trugen die überraschend vorgefundenen Sachen aus dem Haus, verluden sie ins Polizeiauto und übergaben sie der Asservatenverwaltung.

Gestern beschäftigte sich das Amtsgericht mit dem daraufhin eingeleiteten Strafverfahren gegen den 31 Jahre alten Mann. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete auf Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.

Zu seiner Verteidigung schilderte der Angeklagte die vorausgegangene Geschichte mit der geplanten Rücksendung der Knaller an den Verkäufer. Auch habe er die meisten Artikel nur im Auftrag seines Kumpels verwahrt, der im Übrigen auch einen Großteil des Kaufpreises übernommen habe. Am "Kernvorwurf", die Sachen bei sich im Hause gelagert zu haben, konnte er freilich nicht vorbei. Er habe die Sachen freilich im guten Glauben an ihre Legalität gekauft - auch sei bei dem preisgünstigen Angebot von Zertifikaten die Rede gewesen. Zweifel seien ihm erst gekommen, nachdem es praktisch zu spät gewesen sei.

Fall muss neu bewertet werden – Mehrere Zeugen werden gehört

Gericht und Staatsanwaltschaft rechneten offenbar nicht mit einer derartigen Einlassung. Nun müssen mehrere Zeugen gehört werden, darunter auch der Kumpel, der Miteigentümer der Knaller gewesen sein soll. Ob dieser allerdings stichhaltige Angaben machen wird, steht auf einem anderen Blatt. Er muss sich durch seine Aussage ja nicht selbst vor Gericht belasten und kann diese folglich verweigern.

Um bei der weiteren Planung nicht noch unter Zeitdruck zu kommen, beschloss die Richterin, ganz neu anzufangen und einen "Termin von Amts wegen" festzulegen. Nach derzeitiger Arbeitsbelastung dürfte dies in drei bis vier Monaten der Fall sein.

Matthias Gerhard

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