Nachtleben

Tanzverbot an Karfreitag: In diesen Clubs wird getanzt, das sagt das Ordnungsamt

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Auch an Karfreitag gibt es in Frankfurt Tanzveranstaltungen. (Symbolbild)

An Karfreitag wird in Frankfurt trotz Verbots wieder getanzt. In diesen Clubs wird trotzdem getanzt.

Frankfurt - Was geht ab am Karfreitag? Auf regioactive.de sind einige Tanzveranstaltungen auch für die Osterfeiertage angekündigt. Im Gibson, Zeil 85-93, ist Party wie an jedem Freitag: „Mit Good Friday feiern wir im Frühling eine Party-Premiere im Gibson Club“, kündigen die Veranstalter an. Äußern wollten sie sich nicht zum Termin: Freitag, 19. April, 23 Uhr, bis Samstag, 6 Uhr. Auch einige andere Clubs haben geöffnet. So das Adlib in der Schwedlerstraße 8, das am Karfreitag ab 23 Uhr „Latin Beats“ spielt – bis Samstagmorgen, 5 Uhr.

In der letzten Minute des Karfreitags, um 23.59 Uhr, geht die Party im Tanzhaus West los. Getanzt wird auf allen Floors des Clubs in der Gutleutstraße 294. Die Party endet erst am Samstag um 13 Uhr.

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Tanzverbot in Frankfurter: Das sagt das Ordnungsamt

Offensiv werben will hingegen niemand mehr mit den Veranstaltungen. „Uns ist nichts bekannt, dass Tanzveranstaltungen angekündigt wären“, sagt Michael Jenisch, Sprecher im Ordnungsamt. „Wir werden die Szene beobachten, glauben aber nicht, dass wir einschreiten müssen.“ Bei Meldungen – etwa wenn ein Veranstalter offensiv wirbt und sich dann Frankfurter an das Ordnungsamt wenden – werden dessen Mitarbeiter auch schon in den Tagen vor den Feiertagen aktiv und reden mit den Veranstaltern. Indes, wie überall sonst auch: Wo kein Kläger, da kein Richter.

So kann man auch am Karfreitag tanzen, wenn man unbedingt will. Man muss halt ein wenig suchen. Dabei gilt in Hessen das strengste Feiertagsgesetz in ganz Deutschland, und es gilt keineswegs nur am Karfreitag. In Hessen ist das Tanzen sogar am Neujahrstag verboten, ab 4 Uhr früh, wenn die Silvesterparty geendet hat.

Tanzverbot: Kirche ruft zur Karfreitagsruhe auf

Auch Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) unterstreicht seine Position, an der Karfreitagsruhe festzuhalten. Er bittet die Frankfurter, ihren gläubigen Mitmenschen mit Respekt zu begegnen und sich an die gesetzliche Regelung zu halten. „Auch wer selbst nicht einer Religion angehört, sollte gegenüber den Gefühlen anderer Respekt aufbringen“, erklärt der Kirchendezernent. 

Die Stadt Frankfurt wird aber das Verbot von Tanzveranstaltungen von Gründonnerstag bis Karsamstag überwachen und bei Verstößen auch Bußgelder verhängen. Das hat das städtische Ordnungsamt angekündigt, das berichtet fr.de*.

Respekt zeigen „Unser christlich-jüdisch geprägtes Werteverständnis stellt das Fundament unserer abendländischen Gesellschaft in Deutschland dar und hierzu zählen klar auch die christlichen Traditionen. Der Karfreitag ist als christlicher Feiertag dem Gedenken an das Leiden und die Kreuzigung Jesu Christi gewidmet. Dies verträgt sich nicht mit lautem und ausgelassenem Feiern“, sagt Becker. „An einigen wenigen Tagen im Jahr auf lautes Feiern zu verzichten, stellt keine besondere Einschränkung dar. Es ist vielmehr eine wichtige Geste, die von Respekt gegenüber den Mitmenschen zeugt und das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt fördert“, führt Becker weiter aus.

Junge Liberale fordern Abschaffung des Tanzverbots in Hessen

Ganz anders sehen es die Jungen Liberalen (JuLis) Hessen. Sie fordern die vollständige Abschaffung aller Tanzverbote in Hessen. „Wir lehnen Tanzverbote grundsätzlich ab“, so der Landesvorsitzende Lucas Schwalbach. „Zum Respekt vor religiösen Traditionen gehört ebenso der Respekt für diejenigen, die sich nicht an diese gebunden fühlen. Zur Religionsfreiheit eines modernen Staates muss also neben dem Schutz eben dieser auch die Möglichkeit der Freiheit von Religion gehören.“

von Thomas J. Schmidt

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