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Irre Idee: Speeddating um Ausbildungsplätze - So läuft es ab

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Der erste Eindruck zählt auch in langen Bewerbungsgesprächen. Hier beim IHK-Speeddating können junge Leute und Unternehmen reichlich erste Eindrücke voneinander sammeln. Darin liegt für die meisten der eigentliche Reiz. Wer sich gut findet, sieht sich wieder.

Hayal Barans Zeugnis war nicht besonders gut. Trotzdem hat sie vor zwei Jahren einen Ausbildungsplatz beim Speeddating ergattert. Nun war sie wieder dabei - auf der Unternehmensseite.

Frankfurt - Eine geschäftige Geräuschkulisse tönt am Dienstag aus dem Ludwig-Erhard-Saal. Es ist viel los im Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) am Börsenplatz. Rund 600 Bewerber stellen sich hier 50 Unternehmen vor. Die Bewerber haben beim "Speeddating" zehn Minuten Zeit, den besten Eindruck bei den Unternehmen zu machen, um einen Ausbildungsplatz zu ergattern - ganz unkompliziert, ohne Anmeldung. "Wann habe ich schon mal die Chance, ein Bewerbungsgespräch zu bekommen, ohne vorher einen Termin ausgemacht zu haben?", sagt Organisator Florian Richterich von der IHK.

Speeddating: Viele Unternehmen sind dabei

Von der Supermarktkette über den Abschleppdienst bis zur Versicherung: Viele verschiedene Unternehmen versuchen, die richtigen Bewerber zu finden. In diesem Jahr gibt es eine Premiere: Ein Ticketportal bietet zum ersten Mal eine Ausbildung für Kaufleute im Bereich E-Commerce an.

Für Schülerin Sandra Sommerkorn ist die Vielfalt der Möglichkeiten jedoch etwas zu begrenzt: "Es werden viele Ausbildungen zur Kauffrau angeboten, mir fehlt es an naturwissenschaftlichen und kreativen Ausbildungsmöglichkeiten."

Dass alles sehr schnell gehen kann, zeigt Karin Kretschmer. Sie ist zuständig für die Ausbildung der Mitarbeiter einer Versicherungsfirma - und ist begeistert von der Veranstaltung. Das Gespräch beim Speeddating gibt einen ersten Eindruck, danach lädt das Unternehmen zu einem Onlinetest ein, und am Ende der Woche werden Bewerber in die Firma bestellt. Wer überzeugt, hat schon danach einen Ausbildungsplatz in der Tasche. Vor zwei Jahren war Hayal Baran auch auf der Seite der Bewerberinnen, heute versucht sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen, eine Ausbildungsstelle für ihre Firma zu besetzen. "Mein Zeugnis war damals nicht besonders gut, ich konnte dafür mit einem guten ersten Eindruck punkten, Noten sind hier zweitrangig", sagt die Auszubildende. Das hessische Wirtschaftsministerium stellt nebenbei ein "Programm für Menschen mit Sprachförderbedarf" vor, welches Auszubildende bei der Berufsorientierung und während der Ausbildung, vor allem beim Lernen der Sprache, begleitet.

Im IHK-Bezirk Frankfurt, zu dem die Stadt Frankfurt, der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis gehören, registrierte die IHK im vergangenen Jahr 5122 neue Ausbildungsverträge. Im Moment laufen 13 043 Ausbildungsverträge in IHK-Betrieben.

Speeddating um Ausbildungsplätze findet mehrmals im Jahr statt

Seit vergangenem Jahr findet das Speeddating drei Mal pro Jahr statt. "Die Nachfrage ist groß, und es gibt noch viele freie Plätze", sagt Organisator Florian Richterich. Das nächste Ausbildungs-Speeddating findet am 19. September statt.

VON NIKOLAUS GIETINGER

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