Abba als Gesamtkunstwerk

Musical „Mamma Mia!“ bringt unvergessliche Hits auf die Bühne der Alten Oper

Musikalisch-modische Zeitreise in die 70er Jahre
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Musikalisch-modische Zeitreise in die 70er Jahre

Frankfurt - Selbst die von Brexit-Verhandlungen arg gebeutelte britische Premierministerin Theresa May konnte sich den mitreißenden Melodien von Abba nicht entziehen. Von Sebastian Krämer

Auf dem Parteitag in Birmingham tänzelte sie vor Kurzem zu den Klängen von „Dancing Queen“ ans Rednerpult. Wesentlich geübter in Sachen Tanz wirkten die perfekt choreografierten Moves und Tanzeinlagen des Abba-Musicals „Mamma Mia!“ in der Frankfurter Alten Oper, bei dem eine ins Deutsche übersetzte Fassung des Welthits nicht fehlen durfte.

Erzählt wird in dem 1999 in London uraufgeführten Musical aber nicht etwa die Bandgeschichte von Anni-Frid Lyngstad, Björn Ulvaeus, Benny Andersson sowie Agnetha Fältskog. Vielmehr geht es um die Hochzeit der attraktiven Sophie (Katharina Gorgi), die ihrem Freund Sky (Marvin Kobus Schütt) auf einer kleinen griechischen Insel das Ja-Wort geben möchte. Ihr Herzenswunsch, von ihrem Vater an den Altar geführt zu werden, gestaltet sich dabei kompliziert. Aus den Tagebüchern ihrer Mutter Donna (Sabine Mayer) erfährt sie, dass die drei Herren Sam (Karim Khawatmi), Harry (Detlef Leistenschneider) und Bill (Oliver Koch) in Frage kommen. Hinter Donnas Rücken lädt die Tochter das Trio kurzerhand zur Hochzeit ein. Die zweistündige Handlung baut auf der unterhaltsamen Konfrontation des Männertrios mit der alten Flamme und der Tochter sowie den Hochzeitsfeierlichkeiten auf.

Geboten wird dem Publikum ein buntes Potpourri aus rund 22 (übersetzten) Abba-Titeln, die sich perfekt in das Gesamtkunstwerk einfügen. Von der wilden Party-Tanzszene, bis zum romantischen Duett wird für bekannte Melodien wie „Gimme! Gimme! Gimme!“, „Money, Money, Money“ oder „Voulez-Vous“ eine abwechslungsreiche Kulisse geboten. Dabei versteht es vor allem Karim Khawatmi, trotz schwieriger Saalakustik stimmlich herauszuragen. Abgerundet wird der perfekte Abba-Sound von der glänzend aufspielenden Band unter der Leitung von Aday Rodriguez Toledo.

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Obwohl die Songs unabhängig von der Musicalhandlung entstanden sind, hat man nie das Gefühl, dass hier eine Geschichte um sie herum geschrieben worden ist. Zu verdanken ist dies neben dem hohen gesanglichen Niveau des Ensembles auch dem effektiv eingesetzten Bühnenbild und liebevoll gestalteten Kostümen. Für Lacher sorgen da beispielsweise die in Tauchermontur tanzenden Inselbewohner. Auch wenn einige der Slapsticks etwas flach daherkommen, tut dies der glänzenden Stimmung im sehr gut besuchten Großen Saal keinen Abbruch.

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