Kinderpornographie

Rentner missbraucht Stieftochter (4) - seine Ausrede ist dreist

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Zwei alte Männer, zwei Prozesse wegen sexuellen Missbrauchs. Während Bernhard R. bei anderen die Schuld sucht, zeigt Bernd T. im Saal nebenan Reue.

Zwei alte Männer, zwei Prozesse wegen sexuellen Missbrauchs. Während Bernhard R. bei anderen die Schuld sucht, zeigt Bernd T. im Saal nebenan Reue.

Frankfurt - Bernhard R. steht wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Amtsgericht. Der 63-Jährige hatte 2015 Nacktbilder von der vierjährigen Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin aufgenommen. Auf seinem Computer fand die Polizei im Jahr darauf 26 kinder- und 244 jugendpornografische Dateien. Von den Bildern habe er nichts gewusst, sagt er. Die Festplatte habe ihm ein Nachbar eingebaut, die Pornobilder wären da vermutlich schon vorinstalliert gewesen. Und die Nacktbilder des "süßen kleinen Juwels", dem er sich "vaterähnlich" verbunden gefühlt habe, habe er nicht gerne aufgenommen. Sondern weil ihn einer seiner Saufkumpane, Herr B., darum gebeten hätte. Selber knipsen habe Herr B. nicht können, weil er wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft gewesen sei.

Sexueller Missbrauch: Täter gibt dem Alkohol die Schuld

"Herr B. und ich waren doch Freunde", sagt R., "außerdem war ich damals angetrunken." Letzteres ist glaubhaft. Schon seit Jahren trägt R. seine Frührente zum Wasserhäuschen, ebenso wie Herr B. und die Mutter des Mädchens. R.s Einlassung ist von ehrlichem Selbstmitleid geprägt: Der Freundschaftsdienst von damals habe ihm so viele Probleme bereitet, dass er regelmäßig den Nervenarzt konsultieren müsse. Und immerhin habe er selbst ja die Polizei eingeschaltet. Fakt ist, dass R. damals die Mutter des Mädchens und Herrn B. wegen Kindesmisshandlung angezeigt hatte, vermutlich aus Rache, weil die beiden mittlerweile Bett und Jägermeister teilten. In Herrn B.s Wohnung fand sich dann ein USB-Stick mit den von R. geschossenen Bildern. Am Ende wird R. zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Die milde Strafe erklärt sich dadurch, so der Richter, dass es sich um eine "Tat ohne Anfassen" gehandelt habe.

Pädophiler bekommt hohe Strafe

Das kann man bei Bernd T., der sich im Nachbarsaal vor dem Landgericht wegen desselben Vorwurfs verantworten muss, nicht behaupten. Der 74-Jährige war so etwas wie ein Vorzeige-Opa. Das Unglück nahm seinen Lauf, als eine der Enkelinnen, damals fünf Jahre alt, den Opa um eine Massage bat - und mehr bekam, als sie gewünscht hatte. In der Folge guckte der Opa mit den Enkelinnen Pornofilme, fasste die Mädchen im Intimbereich an und ließ sich von ihnen anfassen. Deshalb erwartet ihn am Donnerstag, eine etwas höhere Strafe als Bernhard R. Er besuche eine Therapie und hoffe, dass er sich von seiner Pädophilie befreien könne, sagt Bernd T.. Vielleicht, so hofft er, könne seine Familie ihm eines Tages verzeihen.

VON STEFAN BEHR

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