Verkehr

Schwarzfahrer zahlen in Frankfurt bald am Automaten

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Im RMV-Gebiet gibt es WLAN an zahlreichen Ticketautomaten - in Frankfurt allerdings nicht.

Durch Schwarzfahrer entgehen dem RMV jedes Jahr rund 40 Millionen Euro. Wer ohne Ticket erwischt wurde, soll die 60 Euro Strafen in Frankfurt bald am Automaten zahlen können.

Wer in Frankfurt beim Schwarzfahren erwischt wird, zahlt 60 Euro Strafe. Das sogenannte erhöhte Beförderungsentgelt müssen Kunden bislang beim Service-Center der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) bezahlen. Das soll sich bald ändern. Wie aus dem aktuellen Beteiligungsbericht der Stadt Frankfurt hervorgeht, wurden die rund 600 Fahrscheinautomaten in der Stadt bereits so umgerüstet, dass Schwarzfahrer ihre offenen Rechnungen dort begleichen können.

Ein genauer Termin für die Einführung stehe allerdings noch nicht fest, sagte VGF-Sprecherin Aleksandra Malczewski. Durch Schwarzfahrer entgehen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) nach eigenen Angaben jedes Jahr rund 40 Millionen Euro.

Wie aus dem Beteiligungsbericht weiter hervorgeht, liegt der Anteil der Frauen im VGF-Aufsichtsrat bei 15 Prozent. Börsennotierte Unternehmen streben ein Drittel Anteil an Frauen im Aufsichtsrat an. Die Geschäftsführung der VGF ist zu hundert Prozent männlich.

Der technische Geschäftsführer Michael Rüffer verdient den Angaben zufolge 219.000 Euro im Jahr, der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Raasch 100.000 Euro im Jahr, der VGF-Arbeitsdirektor Thomas Wissgott 222.000 Euro. Die 20 Menschen im Aufsichtsrat, dem Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) vorsitzt, bekamen 26 000 Euro im Jahr. Die VGF ist Tochter der Stadtwerke Frankfurt, einer Tochter der Stadt Frankfurt. Aufgabe der VGF ist es, Schienenverkehrsdienstleistungen zu erbringen. Der Vertrag über die Direktvergabe der Schienendienstleistung läuft bis Februar 2031. Im vergangenen Jahr hat die VGF dem Bericht zufolge knapp 75 Millionen Euro Verlust gemacht. Im Vorjahr waren es rund 80 Millionen Euro.

Ihren Strom deckt die VGF „weitgehend durch eigenerzeugten Strom, da die Kosten zunehmend durch Abgaben und Steuern bestimmt sind“, heißt es. Der Vertrag zwischen VGF und Mainova über den Kohlestrombezug wurde nicht gekündigt. Gleichwohl: „In Anbetracht des zunehmenden Klima- und Umweltschutzbewusstseins (...) gewinnt der ÖPNV (...) an Bedeutung.“

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