Frankfurt

Frankfurt: Polizei will hart gegen Angreifer vorgehen

+
Zum Jahreswechsel feiern in der Frankfurter Innenstadt immer viele tausend Menschen auf der Straße. In den nördlichen Stadtteilen kam es leider immer wieder zu Angriffen auf Rettungskräften.

Die Polizei kündigt in Frankfurt Kontrollen und konsequentes Ahnden von Straftaten in der Silvesternacht an.

Die Frankfurter Polizei will in der Silvesternacht konsequent gegen Menschen vorgehen, die Einsatzkräfte wie Feuerwehr oder Rettungsdienste angreifen. „Vergangenes Jahr wurden in der Silvesternacht Polizisten und Rettungskräfte in Frankfurt mit Feuerwerkskörpern beschossen. Wir werden diese Taten nicht tolerieren, sondern hart ahnden“, betonte Walter Seubert, der Vizepräsident der Frankfurter Polizei, am Freitag.

Bereits am heutigen Samstag soll es so zum ersten Mal verstärkte Polizeipräsenz und Kontrollen in nördlichen Stadtteilen wie der Platensiedlung in Ginnheim geben; etwa, um den Bau von Barrikaden zu verhindern. Dort und in anderen nördlichen Stadtteilen hatte es in den Vorjahren immer wieder brennende Mülltonnen und Angriffe auf Rettungskräfte in der Silvesternacht gegeben. „Wir wollen dort insbesondere junge bekannte sowie potenzielle Unruhestifter ansprechen, aber auch Flugblätter des Präventionsrates in mehreren Sprachen verteilen, um die Menschen dort zu sensibilisieren“, erzählt Erik Hessenmüller, Einsatzleiter der Besonderen Aufbauorganisation (BAO).

In der Silversternacht auch Wasserwerfer

Der Kräfteeinsatz läge im mittleren dreistelligen Bereich. „In der Silvesternacht halten wir auch Wasserwerfer bereit, falls es zu Ausschreitungen von größeren Personengruppen kommen sollte“, sagt Hessenmüller. In der ganzen Stadt sei in der Silvesternacht die Polizeipräsenz erhöht, es seien uniformierte wie zivile Beamte im Einsatz. Bundespolizei, Hessische Bereitschaftspolizei und Stadtpolizei unterstützen die Frankfurter Beamten.

Wie in den Vorjahren wird in der Nacht auf Mittwoch auf der Fußgängerbrücke Eiserner Steg sowie auf den dazugehörigen Brückenköpfen ein Sicherheitsbereich angelegt. Dieser ist abgesperrt mittels Bauzäunen und Betonsperren. Zahlreiche Beamte werden mit einer „Bodycam“ ausgerüstet sein. „Private Sicherheitsdienste werden die Einlasskontrollen am Sicherheitsbereich durchführen“, sagte der Frankfurter Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). Kontrollierter Einlass ist von 21 Uhr an bis ungefähr 3 Uhr.

Frankfurt: Verstärkte Personenkontrollen

Die Stadt habe für den Eisernen Steg ein Mitführverbot für Taschen und Rucksäcke mit einem Fassungsvermögen von mehr als drei Litern und für Feuerwerk ab der Kategorie 2 erlassen. Dazu zählen Silvesterraketen, Böller oder Fontänen. Die Wasserschutzpolizei ist am Main im Einsatz. Temporäre Videoüberwachung soll an der Hauptwache, auf dem Römerberg und am nördlichen Brückenkopf des Eisernen Stegs eingerichtet werden. Am Frankfurter Hauptbahnhof und an S-Bahn-Stationen werde es verstärkte Personenkontrollen geben. Auf den Straßen werden Autofahrer auf ihren Alkoholkonsum getestet.

„Im Vorjahr kam es zu drei versuchten Tötungsdelikten in der Silvesternacht in Frankfurt. Wir hoffen, dass es diesmal friedlicher sein wird“, sagt Polizei-Vizepräsident Seubert. In Deutschland bestehe nach wie vor eine hohe abstrakte Gefährdungsgrundlage für Terroranschläge. „Aber für Frankfurt gibt es für die Silvesternacht keine konkreten Hinweise“, sagt Seubert.

Auch auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt habe es keinerlei Gefahrenmomente bei 2,8 Millionen Besuchern gegeben. Es habe dort kaum Gewaltaten, dafür einen leichten Anstieg von Taschen- und Trickdiebstählen gegeben. Zweimal kam es zu gefährlicher Körperverletzung bei der Rosa Weihnacht auf dem Friedrich-Stoltze-Platz. Das sei weniger dramatisch, als es klinge. „Zwei Besucher gerieten in Streit und schütteten sich gegenseitig heißen Glühwein ins Gesicht“, sagt Seubert.

Frankfurt: Sperrungen und Waffenverbotszonen

Die Bundespolizei wird Waffenverbotszonen in bestimmten Bahnhöfen und Streckenabschnitten im Frankfurter Stadtgebiet einrichten. 

Bereits von 12 Uhr am Silvestertag bis um 9 Uhr am Neujahrsmorgen dürfen weder Schuss- und Schreckschusswaffen noch Hieb-, Stoß- und Stichwaffen sowie Messer aller Art mitgeführt werden. 

Die Zonen gelten für den Frankfurter Hauptbahnhof, die S-Bahn-Haltestellen Konstablerwache, Hauptwache, den Bahnhof Frankfurt-Höchst. 

Abgesperrt werden Untermainkai und Mainkai (auf der Nordseite) sowie das Museumsufer (Südseite). Für den Autoverkehr bleiben Flößerbrücke und Friedensbrücke befahrbar. Die restlichen Brücken sind ebenfalls gesperrt. In Sachsenhausen wird zudem der Bereich zwischen Mainufer und Gartenstraße, auf der Nordseite zwischen Untermainkai und Wilhelm-Leuschner-Straße gesichert. In den abgesperrten Bereichen werden auch Halteverbote eingerichtet. 

Ab 18 Uhr gibt die Polizei das Signal zur Schließung der Sperren. Der Abbau beginnt ab dem 2. Januar. 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare