Ryanair-Maschinen landen relativ häufig nach 23 Uhr

Späte Flieger stören Nachtruhe in der Region

Frankfurt - Die Billig-Fluglinie Ryanair ist im September für über ein Drittel der verspäteten Landungen nach 23 Uhr am Frankfurter Flughafen verantwortlich gewesen.

Das hessische Verkehrsministerium untersucht nun, ob die Störungen des Nachtflugverbots auf die Flugplanung zurückzuführen sind. Die vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen veröffentlichte Aufstellung wurde vom hessischen Verkehrsministerium bestätigt. Demnach gingen 39 der etwa 110 verspäteten Landungen nach 23 Uhr auf das Konto von Ryanair-Maschinen. Das Verkehrsministerium prüft nun, ob die Verspätungen schon an der Flugplanung des irischen Billigfliegers liegen, wie ein Sprecher des Ministeriums von Tarek Al-Wazir (Grüne) mitteilte.

Dies wäre unzulässig. Verspätungen darf es laut Planfeststellungsbeschluss nur dann geben, wenn der planmäßige Zeitpunkt der Landung vor 23 Uhr liegt und der Grund der Verspätung sich nicht aus der Flugplangestaltung ergibt. Andernfalls drohen laut Ministerium Bußgelder von bis zu 50.000 Euro für vorsätzliches und 25.000 Euro für fahrlässiges Handeln. „Es gibt in der Tat Häufungen bei einzelnen Luftverkehrsgesellschaften“, bestätigte das Ministerium gestern.

„Einige der Flüge nach Frankfurt litten unter geringfügigen Verspätungen aufgrund von Vorfällen bzw. Streiks bei der französischen und spanischen Flugverkehrskontrolle“, teilte Ryanair-Sprecher Robin Kiely unserer Zeitung mit. Ryanair sei sich über das Nachtflugverbot ab 23 Uhr am Flughafen Frankfurt bewusst und arbeite derzeit gemeinsam mit dem Flughafen daran, dieses Nachtflugverbot einhalten zu können.

Aus Sicht des Flughafenbetreibers Fraport gibt es keine Hinweise auf systematische Verspätungen bei der Ankunft in Frankfurt. „Aus unserer Sicht werden die Bestimmungen eingehalten“, sagte Fraport-Sprecher Dieter Hunick. Verspätungen könnten unterschiedlichste Ursachen haben, beispielsweise ungünstige Wetterlagen am Abflugort oder auf der Strecke. „Wir befinden uns aber natürlich im Austausch mit den Airlines und stehen diesen mit Rat und Tat zur Seite.“ Die durchschnittliche Zahl verspäteter Landungen pro Tag unterschreite im Jahresmittel die Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses.

BUND-Landesgeschäftsführer Thomas Norgall kritisierte, dass Ausnahmeregelungen über Gebühr in Anspruch genommen werden. „Wenn die Ryanair-Flieger früher starten würden, kämen sie auch vor 23 Uhr in Frankfurt an.“ Er fordert eine Ausweitung des Nachtflugverbots von sechs auf acht Stunden.

Bilder: Elektro-Müllwagen schont Umwelt und Ohren

Bilder: Neuer Elektro-Müllwagen schont Umwelt und Ohren
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Die Wiesbadener Landtagsfraktion der Grünen begrüßte das Vorgehen der Landesregierung. Die Häufung der Verspätungen lege den Verdacht nahe, „dass Ryanair sich bei der Flugplanung nicht an die Regeln hält“, sagte Frank Kaufmann, flughafenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Neben dem Verkehrsministerium sei auch Fraport gefordert, zusätzliche Belastungen der Nachtruhe zu unterbinden: „Man kann nicht eine Airline mit Rabatten anlocken, dann aber die Folgen ignorieren wollen.“

Wer seinen Flugplan so aufstelle, dass die Regeln zum Schutz vor nächtlichem Lärm nicht eingehalten werden könnten, handele unverantwortlich, so Kaufmann. „Das Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr gehört zu den Bedingungen, unter denen der Ausbau des Frankfurter Flughafens überhaupt genehmigt und vom Bundesverwaltungsgericht abschließend rechtsverbindlich fixiert wurde. Wer daran rüttelt, stellt den gesamten Planfeststellungsbeschluss in Frage und damit die Grundlage des Betriebs des Flughafens.“ (cm)

Rubriklistenbild: © dpa

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