Zahlreiche Probleme

"Ein Desaster": Weiter Beschwerden von Fahrgästen über RMV-Automaten

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Falsch bedruckte Tickets, keine Bahn-Fahrkarten: Die neu angeschafften Automaten des Rhein-Main-Verkehrsverbunds funktionieren noch immer nicht so, wie sie sollten.

Frankfurt - Falsch bedruckte Tickets, keine Bahn-Fahrkarten: Die neu angeschafften Automaten des Rhein-Main-Verkehrsverbunds funktionieren noch immer nicht so, wie sie sollten. Der Verband Pro Bahn fordert nun, dass sich der RMV-Aufsichtsrat des Dauer-Themas annimmt.

Die Probleme mit den neuen RMV-Fahrkartenautomaten reißen nicht ab. Es gebe weiter Klagen von Fahrgästen, beispielsweise, weil sie an vielen Geräten noch immer keine Tickets für Fahrten mit der Deutschen Bahn kaufen könnten, sagte Thomas Kraft von der Fahrgastlobby Pro Bahn Hessen: "Bis auf ganz wenige sind die Automaten noch nicht umgestellt." Es gebe auch noch immer Fälle von fehlgedruckten Fahrscheinen. Dies sei ihm erst kürzlich aus Darmstadt und Marburg gemeldet worden, sagte Kraft: "Es ist ein Desaster."

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Sein Verband werde an den RMV-Aufsichtsrat herantreten und darauf dringen, dass er sich mit dem Thema beschäftige. "Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen, und die Menschen verstehen das nicht", sagte Kraft. Der RMV ist zuständig für den öffentlichen Nahverkehr im Rhein-Main-Gebiet, das bis nach Mainz in Rheinland-Pfalz reicht. Zum Jahreswechsel hatte der RMV das Betreiben der Automaten dem Anbieter Transdev übertragen, die Bahn hatte die Ausschreibung verloren. Doch bei den neuen Automaten häuften sich Probleme beim Kauf von Fahrkarten für Züge der Deutschen Bahn sowie mit fehlendem Wechselgeld, schwarzen Bildschirmen und nicht oder falsch bedruckten Tickets. "Das sind Zustände, die können so nicht bleiben", sagte Kraft. Grund sei vermutlich, dass das zur Verfügung stehende Budget nicht ausreiche.

Der RMV räumte auf Anfrage ein, dass weiter Handlungsbedarf bestehe. Die von Transdev angekündigten Maßnahmen zeigten zwar Wirkung, und die Lage habe sich verbessert. So sei zugesagt worden, mehr Personal an der Störungshotline und für schnellere Entstörungen einzusetzen. "Trotzdem gibt es aber immer noch zu viele Automaten, die nicht störungsfrei funktionieren", erklärte eine Sprecherin. Der vertraglich vereinbarte Qualitätsstandard sei noch nicht erreicht. Der RMV beobachte die Lage und stehe mit Transdev "in engem Kontakt".

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Die insgesamt 638 neuen Automaten sollten eigentlich Verbesserungen bringen wie kontaktloses Zahlen, Scheine als Rückgeld und Abfahrtinformationen in Echtzeit. Auch für kostenloses Internet auf den Bahnsteigen sollen die mit einem WLAN-Router ausgestatteten Automaten demnächst sorgen. Pro Automat wollte der RMV 25.000 bis 30.000 Euro investieren. (dpa)

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