Innenstadt von Frankfurt

Zeil und Neue Altstadt bleiben dunkel: Keine Weihnachtsbeleuchtung

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Die Zeil und auch die Neue Altstadt in Frankfurt müssen ohne Weihnachtsbeleuchtung auskommen.

Das festliche Herausputzen der Einkaufsstraßen in Frankfurt geht los. Die Zeil und auch die Neue Altstadt müssen aber ohne Weihnachtsbeleuchtung auskommen.

Frankfurt - Der Countdown läuft: In wenigen Wochen ist Weihnachten. Langsam sollte man sich Gedanken über Geschenke für die Liebsten machen, die richtige Rezeptur für den Gänsebraten und die festliche Dekoration aus Lichterketten, glitzernden Sternen und grünen Tannenzweigen machen. 

Wäre doch schade, wenn die heimischen vier Wände genauso trist und wenig weihnachtlich daherkommen würden wie die Zeil in Frankfurt. Dort werden sich zwar die Kaufhäuser festlich herausputzen, doch auf große leuchtende Eiskristalle, Sterne und Lichtvorhänge muss auch in diesem Jahr verzichtet werden – zum dritten Mal in Folge.

Frankfurt: Zu Weihnachten keine Beleuchtung auf der Zeil - Brüchiges Material

„Wir bedauern dies sehr“, sagt Frank Diergardt vom Verein Neue Zeil, hinter dem sich das Hausverwaltungsunternehmen Faja Immobilien verbirgt. Der Verein wurde vor gut zehn Jahren gegründet. Damals war die Neugestaltung von Frankfurts größter Einkaufsstraße gerade abgeschlossen. Die Anlieger hatten sich zusammengeschlossen, damit die Zeil attraktiv bleibt.

Sicherheit und Sauberkeit lauteten damals die Schlagwörter. Zumindest zur Attraktivität sollte auch eine festliche Weihnachtsbeleuchtung beitragen, die im November 2013 mit großem Tamtam angeknipst wurde. Doch die Freude an den 250.000 Euro teuren Eiskristallen, Sterne und Lichtvorhänge hielt nicht lange. Schon nach vier Jahren waren viele Lämpchen kaputt und das Material brüchig.

Frankfurt: Zeil ohne Beleuchtung zu Weihnachten - Keine Lösung gefunden

Seither sucht der Verein nach einer Lösung. Doch die gestaltet sich schwieriger als gedacht. „Wir haben viele Gespräche mit der Stadt geführt und einen beachtlichen Geldbetrag für eine neue Beleuchtung gesammelt“, sagt Frank Diergardt. Das Geld hätte sogar für die Anschaffung einer neuen Illumination gereicht. 

„Aber viele Fragen konnten abschließend nicht geklärt werden.“ So hätte sich der Verein, der derzeit aus 20 Mitgliedern besteht, etwa nicht darauf verständigen können, wer in dieser Angelegenheit der Ansprechpartner für die Stadt sei und wer im Fall der Fälle die Haftung übernimmt. Aber: „Wir arbeiten jetzt schon am nächsten Winter und hoffen, dass die Zeil dann wieder im festlichen Glanz erstrahlt.“

Weihnachten auf der Zeil in Frankfurt: Andere Einkaufsstraßen beleuchtet - Fördermittel 

In den anderen Einkaufsstraßen von Frankfurt wird das große Schmücken hingegen bald wieder losgehen. Möglich macht dies ein 2016 vom Wirtschaftsdezernat gestartete Pilotprojekt. In dessen Rahmen übernimmt die Stadt 70 Prozent der Anschaffungskosten für die Illumination, maximal 25 000 Euro. „Förderberechtigt sind alle organisierten Gewerbevereine und Standortinitiativen“, erklärt Monika Selke-Krüger, Sprecherin von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU). Auch der Verein Neue Zeil hätte sich bewerben können. „Es hat darüber auch Gespräche gegeben, ein Antrag wurde aber nicht gestellt. Schade. Es wäre ein tolles Zeichen, wenn die Zeil beleuchtet wäre.“

14 Gewerbevereine und Standortinitiativen beteiligen sich an dem Pilotprojekt. Sie können zwischen drei Motiven wählen: Sterne, die an den Straßenlaternen angebracht werden, Fassadenschmuck und Überspannungen. Die von der Stadt geförderte Beleuchtung erstrahlt etwa auf der Berger und Schweizer Straße, in der Töngesgasse, im Sachsenhäuser Brückenviertel, in Bergen-Enkheim, Rödelheim und Höchst. 

Frankfurt: Neue Altstadt und Zeil ohne Festschmuck - Brücken beleuchtet

Zum ersten Mal werden in diesem Jahr auch drei Frankfurter Brücken festlich illuminiert. Über der Alten Brücke, der Untermainbrücke und der Flößerbrücke werden ab Ende November insgesamt 78 Sterne strahlen. Auch die Pergola an der Schirn wird beleuchtet. Finanziert wird dies aus Mitteln der Tourismusabgabe. Selke-Krüger sagt: „Wir wollen das Bild von Frankfurt weihnachtlicher machen.“

Während die Einkaufsstraßen in Frankfurts Stadtteilen bald weihnachtlich illuminiert werden, wird es in der neuen Altstadt keine festliche Beleuchtung geben. Das geht aus einer schriftlichen Antwort von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) an den Stadtverordneten Jan Klingelhöfer (SPD) hervor.

Ursprünglich war geplant, die neue Altstadt in das städtische Pilotprojekt „Weihnachtsbeleuchtung in den Frankfurter Einkaufsstraßen“ aufzunehmen. Mit diesem Programm bezuschusst die Stadt die Illumination. Drei Motive, darunter Sterne, die an Straßenlaternen angebracht werden, gibt es zur Auswahl. Jan Klingelhöfer fragte nun nach dem Sachstand.

Neue Altstadt in Frankfurt: Keine Laternenmasten für Beleuchtung da  

„Die Weihnachtsbeleuchtung geht aus technischen und gestalterischen Gründen nicht“, teilte der Wirtschaftsdezernent mit. Da es in dem neuen Quartier keine Masten für Straßenlaternen gibt, um der Feuerwehr und Müllabfuhr nicht den Weg zu versperren, kann folglich auch kein Festschmuck aufgehängt werden. 

Auch an den Lampen, die in der Altstadt an den Hausfassaden montiert sind, können keine Sterne oder Lichterketten angebracht werden. „Die Wandausleger sind lediglich in der Lage, das Gewicht der Straßenleuchte zu tragen“, heißt es in der Antwort. Und zusätzliche Elektroleitungen könnten sowieso nicht verlegt werden. Dafür müssten die noch neuen Fassaden geöffnet werden. Viel zu teuer und aufwendig.

Von Julia Lorenz

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