Bildungsstätte Anne Frank zeigt Ausstellung „Holocaust im Comic“

Geschichten des Schreckens in Schwarz-Weiß

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Plädiert für den Comic als Unterrichtsmaterial in der Schule: Der Kurator der Frankfurter Ausstellung, Jakob Hoffmann.   

Frankfurt - Die Juden sind die Mäuse, und die SS-Schergen die Katzen: Mit seinem Comic „Maus“ hat der New Yorker Autor Art Spiegelman, Sohn eines Holocaust-Überlebenden, 1989 weltweit für Furore gesorgt. Von Thomas Maier

Fast 30 Jahre später gilt es als weitgehend unbestritten, dass sich auch der Comic mit so heiklen Themen wie dem Völkermord an den Juden beschäftigen darf. Wie sich deutsche Zeichner an das Thema heranwagen, zeigt eine Ausstellung in der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank zeigen. Zehn Comic-Bücher werden vorgestellt, darunter Reinhard Kleist („Der Boxer“), Walter Moers oder Moritz Stetter („Bonhoeffer“). Kleist erzählt in seiner 2012 erschienen Graphic Novel in grellem Schwarz-Weiß die Lebensgeschichte von Harry („Hertzko“) Haft, der als Jude in den Konzentrationslagern nur überlebte, weil er der SS als Schauboxer diente. Dabei musste er Mitgefangene zu Tode prügeln.

Stetters „Bonhoeffer“ handelt vom protestantischen Vorzeige-Theologen, der wenige Wochen vor Kriegsende 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde. Ein Video dokumentiert, wie Stetter bei seinen Comics arbeitet. Zudem bereichern Original-Skizzen und Zeichnungen von Kleist und Stetter die Schau, die sich auf Teile einer seit 2002 durch Deutschland tourenden Wanderausstellung stützt. „Wir wollen den Comic als Kunstform darstellen“, sagt Kurator Jakob Hoffmann.

Seine Zielgruppe sind vor allem Jugendliche und Schulklassen. Der Comic könne gerade dort bei der Aufarbeitung von Nazi-Zeit und Holocaust nützlich sein, sagt Hoffmann. Doch dieses Instrument werde in den Schulen noch kaum genutzt. Die Künstler wählen sehr unterschiedliche Zugänge zum Thema, wie die von der Jüdischen Gemeinde unterstützte Schau deutlich macht. Die Ausstellung ist nicht groß, hat aber ein umfangreiches Begleitprogramm zu der sich derzeit verändernden Erinnerungskultur in Deutschland. Denn spätestens seit Timur Vermes’ Bestseller „Er ist wieder da“ ist Hitler zum Pop-Phänomen geworden.

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Außerdem sind während der Ausstellung Lesungen und Auftritte von Comic-Künstlern wie der jungen US-Cartoonistin Sarah Glidden (24.2., 19 Uhr) geplant. Sie hat über Israel gearbeitet und das viel beachtete Buch „Im Schatten des Krieges“ – einen Comic über den Krieg in Syrien – veröffentlicht. (dpa)

Zu sehen bis 19. März in der Bildungsstätte Anne Frank, Hansaallee 150, Di. bis Fr. von 12.30 bis 17 Uhr, So. von 12 bis 18 Uhr, Eintritt frei.

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