Gute Jobchancen in Hessen 

Weniger Arbeitslose in Offenbach und Hanau

Offenbach/Hanau - Gegen den Bundestrend ist die Arbeitslosigkeit in der Region und in Hessen gesunken. Experten setzen trotzdem auf Maßnahmen zur Qualifizierung. Von Marc Kuhn 

Die gute wirtschaftliche Lage in Hessen stützt den Arbeitsmarkt. Geringqualifizierte haben allerdings Probleme. „Der Aufschwung geht weiter“, erklärte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit (BA), gestern in Frankfurt. „Die gute konjunkturelle Entwicklung spiegelt sich auch in den Arbeitslosenzahlen wider.“ Die Chancen, eine Beschäftigung zu finden, stünden derzeit gut. „Wer jetzt arbeitslos wird und eine Ausbildung sowie Berufserfahrung mitbringt, ist schnell wieder in Arbeit. Schwer bleibt es für die, die keine Qualifizierung aufweisen können. Fast 60 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen gelten mittlerweile als geringqualifiziert“, berichtete Martin.

Ein wichtiger Schwerpunkt bleibe somit die Qualifizierung und Weiterbildung von Erwerbslosen. Martin begrüßte die von den Koalitionspartnern in Berlin beschlossenen Initiativen für die berufliche Weiterbildung. Gleichzeitig sei die Berufs- und Studienorientierung auch in Zukunft ein wichtiges Arbeitsfeld der Bundesagentur für Arbeit: „Wir müssen alles dafür tun, dass wir den Anteil der Menschen ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung in unserer Gesellschaft so klein wie möglich halten.“

Nach der Sommerpause ist die Zahl der Arbeitslosen in Hessen wieder gesunken. Mit 153.438 erwerbslosen Frauen und Männern wurde der niedrigste Wert in einem August seit 1992 erreicht, wie die Regionaldirektion mitteilte. Die Zahl der Menschen ohne Job verringerte sich gegenüber Juli um 3 112, im Vergleich zum Vorjahr gab es 14.308 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,5 Prozent.

Positiv hat sich auch der Jobmarkt in Offenbach und Hanau entwickelt. „Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie noch nie in einem August“, erläuterte Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Offenbacher Agentur für Arbeit. „Ein Wermutstropfen ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen, der sich aber vermutlich ausgleichen wird, wenn die jungen Leute eine Anschlussbeschäftigung oder ihren Platz in Ausbildungsbetrieben und Universitäten gefunden haben.“ Im Offenbacher Agenturbezirk sank die Erwerbsquote im August auf 5,5 Prozent gegenüber 5,6 Prozent im Juli. 14.377 Menschen waren im August arbeitslos gemeldet, 384 weniger als im Juli, erklärte die Arbeitsagentur.

6513 Personen waren im August in der Stadt Offenbach erwerbslos, 1,5 Prozent weniger als im Juli. Die Quote fiel auf 9 Prozent gegenüber 9,1 Prozent im Vormonat. 7864 Arbeitslose sind im August im Kreis Offenbach registriert worden, das waren 3,5 Prozent weniger als im Vormonat, hieß es. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent gegenüber 4,3 Prozent im Juli.

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Im Hanauer Agenturbezirk waren im August 9373 Menschen erwerbslos, 191 weniger als im Juli und 747 weniger als im Vorjahr, berichtete die Arbeitsagentur. Die Quote ging auf 4,1 Prozent gegenüber 4,2 Prozent im Vormonat zurück.

Im August waren im Kreis Darmstadt-Dieburg 7330 – Vormonat 7520 – Erwerbslose gemeldet. Die Zahl sank um 190 oder 2,5 Prozent, erläuterte die Agentur für Arbeit Darmstadt. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,5 Prozent.

In Deutschland ist die Arbeitslosigkeit im August auf 2,351 Millionen gestiegen. Das ist jedoch der niedrigste Wert für diesen Monat seit dem Jahr 1991. Im Vergleich zum Vormonat nahm die Zahl der Jobsucher um 26.000 zu, gegenüber dem Vorjahr sank sie dagegen um 194.000, wie die BA in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 5,2 Prozent.

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