Längere Wartezeiten am Stadtrand

Bald sorgen rote Ampeln in Frankfurt für künstlichen Stau und das hat einen Grund

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Für Pendler, die mit dem Auto nach Frankfurt fahren, könnte es bald deutlich unangenehmer werden

In Frankfurt sorgen rote Ampeln gezielt für künstlichen Stau: Das hat einen Grund.

Frankfurt - Für Pendler, die mit dem Auto nach Frankfurt fahren, könnte es bald deutlich unangenehmer werden. An den Einfallstraßen sollen sogenannte Pförtnerampeln eingerichtet werden, die durch kürzere Grünphasen den Autoverkehr innerhalb der Stadt verringern. Das wird in den Stoßzeiten zu Staus und längeren Wartezeiten am Stadtrand führen.

Diese Maßnahme soll dazu dienen, die nach wie vor drohenden Fahrverbote für zahlreiche Diesel-Autos und ältere Benziner abzuwenden. Es ist das Ergebnis eines Krisengesprächs zwischen drei Ministern der schwarz-grünen Landesregierung und den Frankfurter Dezernenten für Umwelt und Verkehr.

Diesel-Fahrverbot: Neue Busspuren in Frankfurt

„Wir wollen keine Fahrverbote in den Innenstädten, und die Hessische Landesregierung tut alles dafür, um diese zu vermeiden“, teilte das Umweltministerium am Donnerstag nach dem Gespräch, das am Vortag in Frankfurt stattgefunden hatte, mit. „Wir haben im gestrigen Gespräch der Stadt Frankfurt verdeutlicht, dass weitere Maßnahmen dringend notwendig sind, um eine schnellstmögliche Grenzwerteinhaltung zu erreichen. Nur wenn die Stadt jetzt aktiv wird, können vom Gericht auferlegte Fahrverbote im Berufungsverfahren noch abgewendet werden.“

Die Stadt Frankfurt habe zugesichert, dass sie nun „konkrete Vorschläge für weitere Busspuren, Pförtnerampeln und eine effektive Parkraumbewirtschaftung liefern wird“, hieß es in der Pressemitteilung aus Wiesbaden. „Wir wollen zonale Fahrverbote verhindern. Da die Stadt das gleiche Ziel hat, sind wir zuversichtlich, dass Frankfurt nun auch weitere Maßnahmen beschließen wird.“

Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur nach dem Treffen: „Es wird zu weiteren Einschränkungen für Autofahrer kommen.“ Er wies jedoch auf „Abstimmungsbedarf“ in der Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen hin. Dort habe die CDU bisher Pförtnerampeln abgelehnt.

Ampeln in Frankfurt: CDU bleibt skeptisch

Michael zu Löwenstein, Fraktionsvorsitzender der CDU im Römer, bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass seine Partei Maßnahmen zur Verkehrsdrosselung weiterhin kritisch sieht. Neben Pförtnerampeln am Stadteingang zählt er auch die Einrichtung zusätzlicher Busspuren dazu. „Wir hätten kein Problem damit, wenn diese Spuren gebraucht werden, damit mehr Busse fahren können“, sagte zu Löwenstein. Doch darum gehe es gar nicht. „Mit den zusätzlichen Busspuren sollen den Autofahrern Spuren weggenommen werden.“ Gleichwohl signalisierte zu Löwenstein Kompromissbereitschaft. „Pförtnerampeln und Busspuren sind nicht das größte Übel“, sagte der CDU-Fraktionschef. „Das größte Übel wären die Fahrverbote.“

Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hatte vor einem halben Jahr flächendeckende Fahrverbote in Frankfurt gefordert. Die endgültige Klärung vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel steht aber noch aus.

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