Budgetketten schlagen Luxusanbieter

Hotel-Bauboom erreicht bald Höhepunkt

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Das traditionsreiche Hotel Frankfurter Hof rüstete sich in den Jahren 2011/2012 mit einer millionenschweren Sanierung für neue Herausforderungen des Markts.

Frankfurt - In Frankfurt eröffnet ein neues Hotel nach dem anderen. Das wird auch in den kommenden Jahren so weitergehen. Doch wann ist der Markt gesättigt? Von Christian Ebner

Der Belgier Denis de Schrevel hat beste Laune. Als erster General Manager hat er für die Kette Accor-Sofitel ein neues Fünf-Sterne-Plus-Hotel direkt an der Alten Oper Frankfurt eröffnet. Allein die Lage gegenüber des klassizistischen Prunkbaus an einer kleinen Grünanlage ist in der engen Bankenstadt Gold wert. Das Gebäude mit 150 Zimmern und Suiten lockt zahlungskräftiges Publikum. Die Franzosen mit ihrer recht lauten Werbetrommel sind in Frankfurt nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden. Der Chef des Hessischen Hofs rümpfte öffentlich die Nase über „die an der Oper“, die mit Eröffnungsrabatten und dem französischen Ministerpräsidenten Manuel Valls als Gast um Geschäftskunden buhlten.

Immer noch hängt die Frankfurter Hotellerie stark am Messegeschäft, das an 60 Tagen im Jahr für sehr gute Auslastung sorgt. Weitere Konkurrenz stört den Ablauf. Die Platzhirsche Frankfurter Hof und Hessischer Hof haben sich mit millionenschweren Sanierungen ihrer Häuser auf kommende Herausforderungen vorbereitet. In der zweiten Reihe ist das Le Meridien Grand Hotel für drei Monate zwecks Generalsanierung geschlossen worden. Das Sofitel Frankfurt Opera ist zwar der luxuriöseste, aber keineswegs der einzige Neuling auf dem viertgrößten Übernachtungsmarkt der Bundesrepublik mit bislang 25 000 Hotelzimmern. Allein 2016 sind 1 500 Zimmer dazugekommen, bis einschließlich 2018 sollen weitere 4 000 folgen. Internationale Ketten nutzten die in Frankfurt seltenen Grundstücksgelegenheiten vor allem im Europaviertel, wo sich etliche Budget- und Businesshotels aneinanderreihen.

„Auch diese Häuser machen den alteingesessenen Luxushotels Gäste abspenstig“, glaubt Thomas Feda, oberster Manager der städtischen Tourismus-Gesellschaft TCF. Er hält das Luxussegment mit 9 000 Betten für ausgereizt und wünscht sich preisgünstige Touristen- und Backpacker-Unterkünfte, um dieses Publikum nicht kampflos an Berlin oder Hamburg zu verlieren. Einige investieren in diese Richtung: Mitte 2018 soll ein riesiges Motel One mit 470 Zimmern nahe Paulskirche, Römer und neu erbauter Altstadt eröffnet werden. „Frankfurt ist noch sehr Montag bis Donnerstag“, sagt hingegen Sofitel-Marketingmanager Steven Ostwald. Nur 30 Prozent ihrer Geschäfte machen die Hotels mit Privatkunden. Sofitel setzt daher auf eine weitere Zielgruppe, die hohe Kosten nicht scheut und häufig als Familie reist: Gesundheits-Touristen aus der arabischen Welt, die die hoteleigene Privatklinik in Anspruch nehmen können.

Der langjährige Interconti-Chef und Hotel-Lobbyist Thomas Hilberath sieht eine Art Schweinezyklus im Lauf, nachdem die Frankfurter Hotels bis 2013 überdurchschnittlich gut ausgelastet waren. „Wenn in einer Stadt über fünf Jahre eine gute Belegung herrscht, kommen alle Berater auf die Idee, dass diese neue Hotels braucht. Im Schnitt dauert es noch einmal fünf Jahre, bis sie eröffnen.“ Hilberath glaubt, diese Welle werde ihren Höhepunkt 2018 erreichen. Aktuell liegt die Zimmer-Auslastung bei 70 Prozent. Die Stadt rechnet für 2016 mit einem erneuten Besucherrekord oberhalb von 8,7 Millionen Übernachtungen. Das Wachstum wird aber nach Fedas Schätzungen mit einem knappen Prozent kleiner ausfallen als in den Boomjahren zuvor. „Terrorgefahr und Anzeichen politischer Instabilität werden gerade auf dem asiatischen Markt sehr sensibel wahrgenommen.“

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