Hunderttausende Pendler in der Region unterwegs / Frankfurt gilt als ein Magnet

Immer mehr zieht es ins Rhein-Main-Gebiet

Zahlreiche Pendler nutzen auch die S-Bahn. Hier ein Blick auf den Tiefbahnsteig am Frankfurter Hauptbahnhof während der morgendlichen Stoßzeit. Foto: dpa

Frankfurt – Mobilität gehört für viele Arbeitnehmer zur täglichen Routine. Immer mehr Menschen kommen nach Hessen, um zu arbeiten, und immer mehr hessische Frauen und Männer verlassen das Bundesland für ihren Job.

„Gerade das Rhein-Main-Gebiet und besonders Frankfurt ist über die Jahre hinweg zum Pendlermagnet geworden“, erklärte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Allein 2019 seien nahezu täglich 376 000 Berufstätige in die Stadt gekommen. „Die meisten davon aus anderen hessischen Orten“, sagte Martin weiter. „Während vor 15 Jahren rund 281 600 Pendler nach Hessen kamen, waren es im letzten Jahr bereits rund 394 000. Ein Plus von 40 Prozent. Das ist eine Entwicklung, die sich mit der fortschreitenden Konzentration von Unternehmen in den Metropolregionen weiter fortsetzen wird. Der Boom auf dem Arbeitsmarkt macht sich in den letzten Jahren auch bei den Pendlerbewegungen bemerkbar,“ erklärte Martin.

Binnen eines Jahres – Stand 30. Juni 2019 – erhöhte sich die Zahl der Einpendler nach Hessen aus anderen Bundesländern, die in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis standen, von knapp 379 900 Menschen um weitere vier Prozent auf rund 394 230. 15 Prozent der insgesamt 2.630.864 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort in Hessen kamen so aus einem anderen Bundesland.

Noch prägnanter zeigt sich die Entwicklung für die Stadt Frankfurt. 2018 – Stand 30. Juni 2018 – pendelten 376 442 Beschäftigte, die in einem anderen Kreis wohnten, nach Frankfurt, um einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen. Von den 583 851 Beschäftigten, die hier zum Stichtag gezählt wurden, waren somit 64,5 Prozent Einpendler.

„Frankfurt wird seine Attraktivität nicht verlieren“, sagte Martin. „Für Betriebe in den ländlichen Regionen wird es so immer schwieriger, Fachkräfte zu finden, da es viele Arbeitnehmer nach Südhessen zieht. Die stetig steigende Zahl der Ein- und Auspendler ist gleichzeitig mit einem hohen Verkehrsaufkommen verbunden. Die Kommunen stehen vor der Herausforderung, zum einen Wohnbevölkerung zu halten und zum anderen eine diversifizierte Infrastruktur zu schaffen, die neben der Straße einen attraktiven Öffentlichen Nahverkehr mit Jobtickets sowie ausgebaute und sichere Radwege bietet.“

Einpendler, die ihre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Hessen ausüben, kamen überwiegend aus Rheinland-Pfalz (108 301), Bayern (66 161) und Nordrhein-Westfalen (64 558). An vierter Stelle stehen die Einpendler aus Baden-Württemberg (53 069). Wie bereits im letzten Jahr pendeln mehr Hessen nach Baden-Württemberg als umgekehrt. Bei allen anderen Bundesländern weist Hessen hingegen einen Einpendlerüberschuss auf, wie es weiter hieß.

Die meisten Einpendler üben Berufe in der Unternehmensführung und -organisation aus: 63 100. Auf Platz 2 folgen Berufspendler im Bereich Verkehr und Logistik: 31 420, auf Platz 3 sind Einpendler, die einen Job im Finanzdienstleistungssektor ausüben: 24 276. Etwa 21 000 Personen zählen zur Berufsgruppe Maschinen- und Fahrzeugtechnik.

Die Zahl der Auspendler aus Hessen stieg ebenfalls an: 261 200 Menschen verließen ihren Wohnort, um außerhalb der Landesgrenze zu arbeiten, 2,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Arbeitnehmer mit Wohnsitz in Hessen pendelten beruflich mehrheitlich in die benachbarten Bundesländer Baden-Württemberg (59 783), Rheinland-Pfalz (55 174), Nordrhein-Westfalen (49 184) und Bayern (47 409), wie es hieß.  ku

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