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Konzert von Iron Maiden: Begeisterte Fans in der Festhalle

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British band Iron Maiden in concert in Santiago
Bruce Dickinson © Archivbild: dpa

Frankfurt - Sie sind zwar nicht die letzten, aber die erfolgreichsten verbliebenen Vertreter der New Wave of British Heavy Metal: Während andere Gruppen wie Judas Priest schon länger mit Stadthallen vorlieb nehmen müssen, jetten Iron Maiden in der bandeigenen Boeing 747 (und Sänger Bruce Dickinson als Pilot) um die Welt und füllen gleich an zwei Abenden die Festhalle. Von Markus Schaible

Ein Orkan fegt durch die Festhalle: auf der Bühne sechs Herren im gesetzten Alter um die 60, die so gar nicht altersmilde daherkommen - im Publikum eine stimmgewaltige, mitsingfreudige und eingeschworene Fangemeinde. Iron Maiden sind in der Stadt. Und jedes Mal, wenn Bruce Dickinson "Scream for me, Fränkfort" fordert, tönt es ihm aus tausenden Kehlen entgegen. Nicht nur dann: Wenn es gilt, Refrains oder einfach nur "Ohoho Ohoho hohohoooo" zu singen - die Fans sind da.

1980 war es, da feierten Iron Maiden mit der metallisch-britischen "Neuen Welle" erste Erfolge, seitdem hat die Band über 90 Millionen Alben verkauft, aber auch Besetzungswechsel, Abgänge und Wiedervereinigungen überstanden. Die Fans haben alles mitgemacht. Das heutige Sextett, seit 1999 zusammen, stellt die wohl stärkste Formation dar. Eine, die noch immer hungrig ist: Während sich andere Gruppen dieser Zeit darauf beschränken, mit neuer Platte auf Tournee zu gehen, aber sicherheitshalber nur alte Hits zu spielen, stellen Maiden auf der "Book of Souls"-Welttour genau diese Platte mit sechs Titeln in den Mittelpunkt.

Das Album ist aufgrund seiner progressiven Ausrichtung nicht unumstritten und manch ein Fan hätte sich sicherlich den einen oder anderen Klassiker mehr gewünscht. Trotzdem ist die Stimmung überwältigend. Genauso die Show mit einer Bühne in Form einer Art Maya-Stadt, Feuerfontänen, Monster-Maskottchen Eddie und bombastischer Lichtshow. Auf den Sound trifft das leider nicht ganz zu. Angetrieben von den Bassläufen des einzig verbliebenen Gründungsmitglieds Steve Harris und den präzisen Schlägen von Drummer Nicko McBrain (der noch immer grandios auf alles eindrischt, was in Reichweite ist), entfacht das Gitarren-Trio Dave Murray, Janick Gers und Adrian Smith ein Klanggewitter, das "Luftschutzsirene" Bruce Dickinson zu gesanglichen Höchstleistungen herausfordert. Nur leider gehen die musikalischen Finessen, zu denen Maiden fähig sind, im Soundbrei unter.

Den Fans ist das reichlich egal. Sie kennen jeden Ton auswendig und wollen nur eines: Spaß haben. Iron Maiden bieten den Soundtrack dazu - mit optischer Untermalung: Bei "The Trooper" schwenkt Dickinson den Union Jack, bei "Powerslave" singt er mit Maske über dem Kopf. Bei "Fear of the Dark" singt das Publikum. "Ohoho Ohoho hohohoooo". Und alle sind glücklich. Denn alle sind "Blood Brothers". Blutsbrüder im Heavy Metal.

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