"King of Pop"-Darsteller konzentriert sich auf die Musik

Jackson-Tour bietet bloß Mittelmaß

Frankfurt - Nicht der beste Tänzer oder Sänger zählt: Es geht Sascha Pazdera, Darsteller von Michael Jackson, um die Musik des King of Pop. Aber nimmt das Publikum ihm die Begeisterung für das Ausnahmetalent ab? Ja. Von Thomas Ungeheuer

Zumindest zeigen sich die Fans in der nicht ganz gefüllten Frankfurter Jahrhunderthalle begeistert von dem, was sie geboten bekommen. Als klar wird, dass Pazdera weiß ist und wohl auch Deutscher, haben sie sich schon daran gewöhnt, dass bloß solides Mittelmaß zu erleben ist. Jackson konnte Pop, Soul, Funk, R&B und Rock singen. Pazderas Organ eignet sich lediglich für Pop und Rock. Entsprechend begrenzt ist die Auswahl an Songs, die er mit neunköpfiger Band interpretiert. Dass „Dangerous“ oder „They Don’t Care About Us“ eigenwillig klingen, mag daran liegen, dass eine Violine zum Einsatz kommt. Aber am merkwürdigsten ist, dass Pazdera zwei Backgroundsängerinnen und einem -sänger die Gesangsparts der Jackson 5 überlässt. Akzentfreies Englisch hört sich anders an.

Glitzerhandschuh und HIStory-Kostüm: Michael Jacksons Outfits gehen auf Welttournee

Wenn es in bestem Deutsch heißt, dass für den romantischsten Moment die Smartphones gezückt werden sollen, die bei „I’ll Be There“ den Zuschauerraum in ein Lichtermeer verwandeln, funktioniert das zwar; dennoch fragt sich, ob man dazu animieren muss. Es gibt ja auch keinen Hinweis auf den verruchtesten Moment, in dem eine Tänzerin bei „Billie Jean“ im knappen roten Kleid über die Bühne wirbelt. Nein, das Niveau von „Thriller Live“, öfter in der Alten Oper, erreicht „The Michael Jackson Memory Tour“ zu keiner Zeit.

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare