Gesprächsrunde zur Zukunft des Frankfurter Flughafens

Kein weiterer Ausbau geplant: Terminal 3 soll genug Kapazitäten liefern

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Einen Blick in die Zukunft des Frankfurter Flughafens haben Experten bei einer Podiumsdiskussion im Commerzbank-Turm geworfen.

Frankfurt - Wird das Gelände noch erweitert? Werden die Nachtflugregelungen weiter verschärft? Oder gelockert? Wenn es um den Frankfurter Flughafen geht, gibt es immer Fragen. Eine Gesprächsrunde hat versucht, Licht ins Dunkel zu bringen und zu zeigen, wie sich der Airport entwickeln könnte. Von Julia Lorenz

Es ist erst wenige Tage her, da forderte die Bürgerinitiative Flörsheim-Hochheim gegen Fluglärm den Rücktritt von Fraport-Chef Stefan Schulte. Es ging um Befestigungen an Dächern in Flörsheim, die Anwohner davor schützen sollen, dass Ziegel herabfallen, die laut einem Gutachten aber schwere Mängel aufweisen. Schulte bleibt, sein Vertrag wurde vergangene Woche um fünf Jahre verlängert. „Es gibt keinerlei Pläne für weitere Start- und Landebahnen oder sonstige Kapazitätserweiterungen.“ Das sagte Jürgen Harrer, CDU-Politiker und Leiter der Fraport-Unternehmenskommunikation, bei einer Gesprächsrunde zum Thema „Wie geht es mit dem Flughafen nach der Landtagswahl weiter?“. Momentan sei Fraport mit ganz anderen Dingen beschäftigt – dem Bau des Terminals 3 im Süden. 3,4 Milliarden Euro werden investiert.

Zum Sommerflugplan 2023 soll das Passagierabfertigungsgebäude fertig sein. „Dann haben wir für die nächsten Jahrzehnte die Kapazitäten am Boden, mit denen wir am Wachstum im Luftverkehr teilhaben können“, so Harrer. Momentan sei dies jedoch schwer. Man habe die Kapazitätsgrenze erreicht, die Prozesse am Flughafen seien „auf Kante genäht“. Die beiden bestehenden Terminals könnten nicht mehr als 68 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen. „In diesem Jahr werden wir aber an der 70-Millionen-Marke kratzen“, sagte Harrer. „Aktuelle Prognosen rechnen mit 69,4 Millionen Fluggästen.“

Für den Landtagsabgeordneten Jörg-Uwe Hahn (FDP) ist das Thema Ausbau als beendet zu betrachten. „Es ist viel wichtiger, die Prozesse am Boden und am Himmel zu organisieren.“ Damit sprach er den überfüllten Luftraum, die fehlenden Fluglotsen und den Personalmangel an den Sicherheitskontrollen an. Die Folgen spürten im Frühjahr und Sommer Passagiere, aber auch Anwohner rund um den Flughafen: Chaos vor den Sicherheitskontrollen, verpasste Flüge, Annullierungen, Verspätungen. In Kombination mit Fluglotsenstreiks und Unwettern landeten vermehrt Maschinen nach 23 Uhr – wenn eigentlich Ruhe am Himmel sein sollte.

Flughafen: Fakten rund um das neue Terminal 3

Für Jan Fischer (CDU), Bürgermeister von Nauheim und stellvertretender Vorsitzender der Fluglärmkommission, ist klar: „Wenn auf Mallorca Gewitter ist, dürfen die Maschinen gar nicht starten, wenn man weiß, dass sie in Frankfurt zu spät landen.“ Er fordert, die Entgelte für Landungen nach 23 Uhr drastisch zu erhöhen. Von flexiblerer Handhabung des Nachtflugverbots hält er nichts. Zudem setzt er auf technische Neuerungen, damit es für die Bürger leiser wird.

„Das ist doch alles hohles Geschwätz“, sagt Klaus Rehnig von der Bürgerinitiative „Stop Fluglärm“. In der ersten Stunde nach dem Nachtflugverbot, also zwischen fünf und sechs Uhr, gebe es nur 35 Flugbewegungen. „Das ist nicht viel, aber gerade die nerven uns“, so Rehnig. „Wenn man diese eine Stunde nach hinten verlegt, könnten wir länger schlafen. Das könnte man doch mal ein Jahr testen.“ Und er fügt an: „Wir müssen aufeinander zugehen und nicht immer auf unseren Standpunkten beharren.“

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