Trauerspiel auf der Zeil

Kommentar zur Fusion von Karstadt und Kaufhof

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Es ist noch immer etwas Besonderes: In Frankfurt auf der Zeil haben die beiden großen deutschen Kaufhausketten ihre Filialen fast in direkter Nachbarschaft. Das gibt es nur in wenigen Städten im Land. Doch damit könnte bald Schluss sein – mit weitreichenden Folgen. Von Peter Schulte-Holtey

Die Eigentümer von Karstadt und Kaufhof wollen ihre Ketten zusammenlegen. Die Kunden müssen sich auf drastische Einschnitte einstellen, die Mitarbeiter sowieso.

Denn die Ziele sind ja schon längst klar: neue Shop-Konzepte, weniger Personal, weniger Mieten und weniger Verwaltung. Ob es zu Entlassungen im großen Stil kommt, ist eine der heikelsten Fragen bei der geplanten Fusion. Betriebsräte sind längst alarmiert, ärgern sich über die fehlende Kommunikation mit den Verantwortlichen in den Firmenzentralen. Das verunsichert. Das verbreitet Angst – bei den 750 Frauen und Männern in der Belegschaft der beiden Kaufhäuser auf der Zeil.

Die Mitarbeiter werden sich dabei vor allem über das Management massiv ärgern. Denn die Kaufhaus-Welt ist schon lange nicht mehr heil. Seit Jahren siechen viele Häuser dahin. Kaufhof machte Riesenverluste. Bei Karstadt geht es zwar wieder aufwärts, der Konzern muss allerdings enorme Schrumpfungen beim Umsatz verkraften. Brauchbare Antworten auf die absehbare Krisen-Entwicklung wurden jahrelang nicht gegeben. Ein Trauerspiel für die Mitarbeiter.

Bilder: Umbau der „Zeilgalerie“ zur „UpperZeil“

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