Frankfurter UCT feiert Jubiläum

Krebszentrum bringt Experten an einen Tisch

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Seit zehn Jahren gibt es das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) an der Frankfurter Universitätsklinik.

Frankfurt - „In der multidisziplinären Patientenversorgung und vor allem in der Krebsforschung hat sich das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) am Wissenschaftsstandort Frankfurt zu einer der führenden Einrichtungen in Deutschland entwickelt und ist in Hessen ohne Beispiel." Von Harald H. Richter

Zu diesem Schluss kommt der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Frankfurt, Jürgen Graf, anlässlich des zehnjährigen Bestehens des UCT. Dies sei unter anderem Ergebnis einer intensiven Forschungstätigkeit, fachgebietsübergreifender Zusammenarbeit und konsequenter Aus- und Fortbildung. Die vom Land geförderte räumliche Zusammenführung der onkologischen Bereiche in Diagnostik, Therapie und Forschung trüge ebenfalls dazu bei. Das UCT ist eine gemeinsame Institution des Universitätsklinikums und des Fachbereichs Medizin des Krankenhauses Nordwest.

Für UCT-Direktor Christian Brandts ist die Zentralisierung bei der Diagnose und Behandlung der Patienten von entscheidendem Vorteil. Die regelmäßigen Tumorkonferenzen, die alle Verfahrensbeteiligte an einen Tisch bringen, verbessern die Behandlungsoptionen. Das will man weiter vertiefen. Im UCT wurden vergangenes Jahr rund 12.000 Behandlungsempfehlungen formuliert. Zum Vergleich: im ersten Jahr des Bestehens waren es weniger als 4000 gewesen.

„Wir leisten dazu Unterstützung, in dem wir neue Gebäude mitfinanzieren, Mittel aus dem Hochschulpakt für die Forschung bereitstellen sowie gezielte Projekte aus dem Landesförderprogramm Loewe unterstützen. 800 Millionen Euro kommen von uns, weitere 900 Millionen Euro Drittmittel sorgen für eine stabile Finanzierungsbasis“, bekräftigte Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein anlässlich eines Besuchs.

Darüber hinaus profitiert das UCT vom landesweiten Hochschulbau-Investitionsprogramm, durch das bis 2026 vier Milliarden Euro in entsprechende Vorhaben fließen. Eine weitere Milliarde ist für die Zeit danach vorgesehen. „Ich versuche, das Programm um weitere 500 Millionen Euro aufzustocken“, deutete Rhein jedoch an.

Mit einer Stammzellspende Leben retten

Das UCT übernimmt eine tragende Rolle im Heranbilden der nächsten Generation Wissenschaftler. So sollen ab 2019 zunächst etwa 35 bis 40 junge Forscher am neuen Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum in Frankfurt für Dynamik sorgen. „Zehn Millionen Euro stehen hierfür bis einschließlich 2023 zur Verfügung“, so UCT-Direktor Brandts. Die heute zu Ende gehende Frankfurt Cancer Conference gibt jungen Wissenschaftlern bereits Gelegenheit, sich mit international führenden Kapazitäten der Krebsforschung auszutauschen.

Viele komplexe Krebserkrankungen seien heute besser therapierbar, erforderten aber eine lebenslange Betreuung und Nachsorge. Darauf machte Onkologin Elke Jäger, Chefärztin am Krankenhaus Nordwest, aufmerksam. Für die palliative Patientenversorgung stehen dort 22 Betten zur Verfügung, am Uniklinikum sind es sieben. Zum 1. Oktober nimmt außerdem der aus Spezialisten zusammengesetzte palliativmedizinische Dienst seine Arbeit auf, darunter auch Pflegekräfte. Sie werden sich zunächst um die Versorgung erwachsener Patienten kümmern.

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