Gewerkschaft verlangt Kurzarbeitergeld „80plus“

Kurzarbeit in Corona-Krise: Zahlungen deutlich aufstocken

Frankfurt – Wenn es nicht mehr fürs Nötigste reicht: Im Zuge der Corona-Krise haben Kellner, Köchinnen und Hotelangestellte in Offenbach mit extremen Lohneinbußen zu kämpfen.

Frankfurt - Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) – und fordert eine deutliche Aufstockung des Kurzarbeitergeldes. „Mit 60 Prozent des bisherigen Lohns auszukommen, ist im Gastgewerbe ein Ding der Unmöglichkeit“, erklärte NGG-Geschäftsführer Peter-Martin Cox. „In Hessen bleiben einer gelernten Servicekraft ohne Kinder in Vollzeit am Monatsende nicht einmal 900 Euro“, berichtete Cox weiter.

"Ende der Krise nicht abzusehen" - Kurzarbeit wegen Corona

Dies setze voraus, dass nach Tarif gezahlt werde – was häufig jedoch nicht einmal der Fall sei, erklärte der Gewerkschafter weiter. Trotz Vollzeitjob seien viele Beschäftigte während der Kurzarbeit sogar auf Stütze vom Amt angewiesen. „Und ein Ende der Krise ist noch längst nicht abzusehen“, berichtete Cox.

In Offenbach beschäftigt das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 2 200 Menschen, wie es weiter hieß.

Hilfe in Zeiten von Corona - Aufstockung des Kurzarbeitergeldes

Die Gewerkschaft NGG ruft die Bundestagsabgeordneten aus der Region dazu auf, sich in Berlin für eine rasche Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 Prozent – für Eltern sollten es 87 Prozent sein – einzusetzen. „Wir brauchen ein ,Corona-KUG 80plus‘ – zumindest für untere Einkommensgruppen“, forderte Cox. In mehreren europäischen Ländern liegt das Lohnausfallgeld bereits in dieser Größenordnung. Mittlerweile wird eine Erhöhung auch innerhalb der Berliner Regierungskreise diskutiert.

Milliarden schweres Corona-Rettungspaket 

„Weil sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) weiterhin einer Aufstockung per Tarifvertrag verweigert, ist nun die Politik gefragt“, erklärte Cox weiter. „Sie hat bereits ein beispielloses Corona-Rettungspaket beschlossen und greift Firmen mit Milliarden unter die Arme. Aber man darf die Beschäftigten jetzt nicht im Regen stehen lassen“, sagte Cox.

Es sei nicht hinnehmbar, dass Hoteliers und Gastronomen bei den Lohnkosten voll entlastet würden – diese Hilfe aber nicht in einem weiteren Schritt an ihre Mitarbeiter weitergäben, stellte der Gewerkschafter fest. „Corona darf nicht zur Katastrophe für die werden, die ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen müssen“, erklärte Cox weiter.  ku

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare