China-Restaurant dient als Versteck

Zollfahnder heben Schmuggelzentrum für Glasaale in Liederbach aus

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Schmuggelzentrum für Glasaale

Frankfurt/Liederbach - Glasaale stehen in Deutschland unter Artenschutz. In Asien locken hohe Gewinne. An Flughäfen wurde die lebende Schmuggelware schon öfter entdeckt. Jetzt wurde das Umschlagzentrum entdeckt.

Frankfurter Zollfahnder haben einen Umschlagplatz für den internationalen Schmuggel mit Glasaalen ausgehoben. Wie Zoll und Staatsanwaltschaft am Dienstag berichteten, fanden die Ermittler in einem geschlossenen China-Restaurant in Liederbach im Main-Taunus-Kreis mehrere Wasserbecken und zahlreiches Equipment für den Schmuggel der vom Aussterben bedrohten Tiere. Hunderttausende der artengeschützten Tiere konnten gerettet werden. Drei mutmaßliche Täter wurden dort festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft.

Seit Monaten waren immer wieder Glasaale im Gepäck am Frankfurter Flughafen entdeckt worden, zum ersten Mal Ende November 2018. Danach folgten zwei weitere Fälle im Dezember und ein Aufgriff am Stuttgarter Flughafen im Januar. Die Tiere waren zum Beispiel in Tüten mit Wasser verpackt in Koffern unterwegs nach Vietnam. Glasaale können laut Zoll in Asien mit viel Gewinn verkauft werden. Sie gelten als Delikatesse, ihnen wird auch eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt.

Die Aalbestände im Rhein sind in den letzten Jahren zurückgegangen, das Tier steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Ermittlungen führten den Zoll zu einem seit 2015 geschlossenen Restaurant. Am vergangenen Samstag wurden die Räume durchsucht. Die Ermittler fanden den Angaben zufolge vier große Wasserbecken, die mit Pumpen und Filtern ausgestattet waren, Verpackungsmaterial für den Lebendtransport und 50.000 Euro in bar. In einem Becken schwammen 210.000 lebende Glasaale, in einer Styroporkiste lagen tausende verendete Tiere.

Wie bereits die am Flughafen entdeckten Glasaale wurden auch die im Restaurant entdeckten Aale im Rhein bei Heidesheim nahe Mainz ausgesetzt. Die drei mutmaßliche Täter sind 27,28 und 37 Jahre alt. Sie stammen aus Malaysia und China. Seit Sonntag sitzen sie in Untersuchungshaft. "Mit der Zerschlagung dieser Tierschmugglerbande ist uns ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen den internationalen illegalen Handel von Glasaalen gelungen", sagte Hans-Jürgen Schmidt, de Sprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt. (dpa)

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