Start am Sonntag, 18. März

Luminale 2018: Neuer Blick auf die Metropole

+
„Es werde Licht“ heißt es während der Luminale in der Frankfurter Liebfrauenkirche.

Frankfurt/Offenbach - Mit rund 150 Projekten in fünf Kategorien startet am Sonntag, 18. März, die 9. „Luminale“ in Frankfurt und Offenbach. „Die Luminale ist mittlerweile eine feste Größe im Kulturkalender“, stellte Frankfurts Oberbürgermeister und Schirmherr Peter Feldmann (SPD) gestern fest.

Die Initiative Hauptbahnhof Offenbach zeichnet das Zukunftsbild eines erneuerten, attraktiven Gebäudes.

Feldmann eröffnet das Festival gegen 19.30 Uhr, wenn der Römer zu leuchten beginnt. Der Lichtkünstler Philipp Geist hat eine multimediale Installation für das Rathaus und den Römerberg entwickelt. Die Schau läuft bis Freitag, 23. März. Diesmal geht die Luminale mit einem neuen Konzept an den Start. Sie verbindet die Themen Licht und Kunst mit einer Debatte über die Gestaltung der wachsenden Metropole Frankfurt. Um die Existenz des Festivals langfristig zu sichern, ist die Stadt dem 2017 gegründeten Verein Luminale beigetreten. Das neue Konzept hat nach Angaben von Isa Rekkab, Leiterin des Luminale-Projektbüros, viele Standorte bewogen, sich zum ersten Mal an der Schau zu beteiligen. Museen, Ateliers, Szenetreffs, Stadtteilinitiativen, Religionsgemeinschaften und Vereine organisieren Ausstellungen, Veranstaltungen und Kunstprojekte. „Diese tiefe Verwurzelung der Luminale in der Stadtgesellschaft ist wirklich einzigartig“, sagte Rekkab.

  • Philipp Geist plant ein raumgreifendes Lichtkunstwerk, das die Besucher durchschreiten können. Dabei eröffnen sich ihnen immer wieder neue Perspektiven. Zum Kunstwerk gehören auch Begriffe, die Geist auf Nebelwänden kurzzeitig sichtbar macht – und die die Frankfurter selbst einreichen konnten. Geist wird vielen Besuchern noch von der Luminale 2012 in Erinnerung sein. Damals tauchte er den Uni-Campus Bockenheim mit seiner prämierten Installation „Time Drifts“ in farbiges Licht.

Neben dem Römer werden vier weitere Frankfurter Sehenswürdigkeiten zu Lichtkunstwerken:

  • Das italienische Künstlerkollektiv Karmachina beleuchtet die Alte Oper. Eine zehnminütige Video-Mapping-Show erzählt die Geschichte des Konzerthauses in fünf Kapiteln – von der Gründung im 19. Jahrhundert über die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis zum Wiederaufbau in den 1970er Jahren. Ein 3D-Sound-System unterstützt das multimediale Erlebnis.
  • Das Bremer Künstlerkollektiv Urbanscreen verwandelt gemeinsam mit dem Illustrator Andreas Preis die Fassade der Europäischen Zentralbank in eine animierte Street-Art-Galerie.

Alles zur Luminale lesen Sie auf unserer Themenseite

  • Die Wiener Künstlerin Victoria Coeln schafft in der St. Katharinen-Kirche einen polychromen Lichtraum.
  • Der Frankfurter Fabian Thiele nimmt den Baubeginn des Eisernen Stegs vor 150 Jahren zum Anlass für eine Typo-Installation mit einem Gedicht des Mundartdichters Friedrich Stoltze.

„Uns erwartet Großartiges“, ist sich Feldmann sicher und weist „als Bonameser“ auf einen weiteren Programmpunkt des Festivals hin:

  • „Als unsicher wahrgenommene Dunkelorte inmitten des Ben-Gurion-Rings rund um die Kirche St. Lioba werden während der Luminale durch Leuchtobjekte und Installationen erhellt“, so Feldmann. Die Gestaltung sei Ergebnis kreativer Prozesse des Lichtgestalters Jens Schader und Bewohner unterschiedlichster Herkunft und Alters.
  • Neu ist unter anderem ein Light Walk, der 35 künstlerische Arbeiten aus allen Kategorien zu einer innerstädtischen Galerie zusammenfasst und Wahrzeichen sowie Denkmäler mit unentdeckten und abseitigen Orten verbindet. Besucher können den Light Walk in zahlreichen Führungen erkunden. Der Parcours erstreckt sich über rund 3,5 Kilometer im Zentrum der Stadt.

Bilder: Luminale in Frankfurt und Offenbach

  • Im AtelierFrankfurt werden rund 1 000 Quadratmeter Fläche mit neun Installationen, Performances, Lichtskulpturen und Videoarbeiten bespielt. Das Atelier- und Ausstellungshaus beherbergt rund 130 Ateliers und bietet flexible Freiräume für künstlerische Projekte, Veranstaltungen und (Denk-)Experimente.
  • Die Fassade des Bauprojekts Kornmarkt-Arkaden wird zur größten Popcorn-Maschine der Welt: Die Besucher klatschen bei der Installation des Designerkollektivs Meso in die Hände und produzieren damit Popcorn. Je mehr sie klatschen, desto mehr Popcorn wird auf der Fassade „produziert“. Viele Menschen bringen die Maschine zum Überkochen.
  • Allein die Kategorie ART, in der ein siebenköpfiges Experten-Konsortium das Programm-Team unterstützt, vereint 30 Lichtkunst-Projekte und künstlerische Arbeiten im Spannungsfeld von Licht und Stadt. Darüber hinaus will die Luminale aber auch wichtige Impulse für eine moderne und nachhaltige Stadtgestaltung setzen. Experten und Künstler aus dem In- und Ausland starten einen interdisziplinären Diskurs über Stadt und Zukunft, der gesellschaftliche, soziale, ökologische, technologische und künstlerische Aspekte einbezieht.
  • Auf dem Goetheplatz entsteht mit „Glowblow“ eine dynamische Lichtblase; mit der Installation „Schattenwerfer“ schlagen Künstler am Mainufer die entgegengesetzte Richtung ein – sie entfernen das Licht in der Platanenallee am nördlichen Mainufer nahe des Holbeinstegs und erzeugen damit immer neue Lichtstimmungen. Im benachbarten Nizza sind Erwachsene und Kinder eingeladen, mit Leuchtkugeln zu spielen.

Abgesehen davon soll das Festival-Programm in Frankfurt und Offenbach Raum für Innovationen, Experimente und Improvisationen lassen. „Die Luminale lässt Frankfurt strahlen – während der Luminale im wahrsten Sinne des Wortes“, ist Peter Feldmann überzeugt. (epd)

Weitere Infos: luminale-frankfurt.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.