Jazzpianist Dag Arnesen im Palmengarten

Lyrische Lieder aus Norwegen beenden „Summer in the City“

Frankfurt - Ansehnlich, aber nicht übermäßig gut besucht war das Konzert des norwegischen Jazzpianisten Dag Arnesen und der Bergen Big Band zum Saisonabschluss von „Summer in the City“ im Frankfurter Palmengarten. Bei dieser vom Mousonturm ausgerichteten Pop-Reihe ist eine Bigband kein Magnet. Folge war ein hoher Altersschnitt – wie beim Jazz halt. Von Sebastian Hansen

Nichts gegen Arnesen und die Band: Hipnessfaktor Null muss kein Argument zu sein! Im vergangenen Jahr hat Arnesen mit dieser Band das vierte Album seiner „Norwegian Songs“ veröffentlicht. Wie viele Kollegen beschäftigt er sich mit dem traditionellen Folk seines Landes. Und mit Edvard Grieg, der das seinerzeit auch getan hat.

Der 68-Jährige ist ständiger Pianist der Bergen Big Band, die er vom Klavier aus dirigierte. Aufgeführt wurde die komplette Stückfolge des Albums in fast demselben Ablauf. In erster Linie ging es um lyrischen Impressionismus, ob von Grieg oder traditionellen Ursprungs. Ein paar Ausnahmen dazwischen, so die schmissige Eigenkomposition „On Granite“, die letzte Nummer vor der Pause.

Stilsicher und elegant die Arrangements auf Grundlage modernen Mainstreams. Die Grieg-Adaptionen begann Arnesen mit Klaviersoli, was auf Dauer redundant wirkte. In der Summe wurde indes animiert musiziert. Alles war im höchsten Maß gepflegt, immer wieder traten wunderbare Solisten in Erscheinung, die Tenorsaxofonisten Ole Jacob Hystad und Kjetil Moester, Gitarrist Thomas Dahl, die junge Elisabeth Lid Troeen. Irritierend einzig das seltsam stocksteife Spiel von Aksel Roed am Baritonsaxofon.

Insel Senja: Norwegen in der Nussschale

So deplatziert der konventionelle Ansatz bei „Summer in the City“ auch sein mochte: Es war ein ausgezeichnetes Konzert – mit weidlich Anklang beim Publikum.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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