Faszination Industriegebiet

Max-Planck-Institut zieht auf "Kulturcampus"

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Auf dem Frankfurter „Kulturcampus“ wird bisher nur an einem Luxus-Wohnturm gebaut. Nun gibt es neue Signale.  

Frankfurt - Bewegung auf dem „Kulturcampus“ im Frankfurter Stadtteil Bockenheim: Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik will voraussichtlich ab 2023 dorthin umziehen.

Man werde sich mit den rund 130 Mitarbeitern in der ehemaligen Druckerei Dondorf am Rande das Areals niederlassen. Historie und Architektur des Industriegeländes seien „einfach faszinierend“, erklärte die zuständige Baukoordinatorin Julia Intemann. Das wissenschaftlich interdisziplinäre Haus – eines von weltweit 83 Max-Planck-Instituten – sitzt seit 2013 in einem angemieteten Gebäude in der Innenstadt und sucht seit Längerem eine feste Bleibe. Frankfurt hatte 2011 das 17 Hektar große Areal nach dem Umzug der Uni auf den neuen Campus im Westend für rund 70 Millionen Euro vom Land gekauft. Dort soll ein „neues Viertel mit Kunst, Kultur, Wissenschaft, Wohnen und Arbeiten“ entstehen. Das Land will dort auch für 100 Millionen Euro den Neubau der Musikhochschule errichten. Begonnen wurde aber bisher vor allem mit dem Bau von luxuriösen Hochhauswohnungen.

Das Land hat beschlossen, die seit Langem angekündigte Machbarkeitsstudie zum Kulturcampus notfalls ohne die Stadt Frankfurt in Auftrag zu geben. Dies habe Kunstminister Boris Rhein (CDU) entschieden, sagte sein Sprecher in Wiesbaden. Die Expertise soll prüfen, wie die Musikhochschule auf dem Campus mit dem von Frankfurt geplanten „Zentrum der Künste“ verknüpft werden kann. Frankfurt sei „eingeladen“, sich daran zu beteiligen. Bisher habe das Kulturdezernat keine konkreten Zahlen zum Flächenbedarf genannt, kritisierte Rhein. Stadt und Land wollten die Studie eigentlich gemeinsam in Auftrag geben. Das Land drängt zur Eile, weil es zügig einen Architektenwettbewerb zum Bau der Musikhochschule ausloben will. Diese ist in beengten Verhältnissen in der Innenstadt untergebracht. Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) bekräftigte die Bereitschaft der Stadt, die Studie mit dem Land zu organisieren. (dpa)

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