Neue Facetten durch ungewohnte Instrumentierung

Mehr Moll-Töne: a-ha unplugged in der Festhalle

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Klingen ohne E-Instrumente noch melancholischer: a-ha sind derzeit auf MTV-Unplugged-Tour. Am Mittwoch waren sie in der Frankfurter Festhalle zu Gast.

Frankfurt - Die norwegische Elektropop-Gruppe a-ha zeigt, was sie unplugged drauf hat: Am Mittwochabend strömten die Fans in die Frankfurter Festhalle – sie wurden mit neuen Versionen alter Hits überrascht. Von Thomas Ungeheuer

„Guten Abend Frankfurt! Wir sind a-ha und wünschen allen einen guten Musikabend“ – mit diesen kultivierten Worten begrüßt Magne Furuholmen das Publikum. Der Musiker sitzt nicht wie sonst hinter seinen Keyboards. Um ihn herum befinden sich akustische Tasteninstrumente wie Cembalo und Klavier – das ist sehr ungewohnt. Schließlich kennt man a-ha seit ihrem ersten Hit „Take On Me“ (1985) als Elektropop-Band.

Bei dem Trio kommen die Bass- und Schlagzeugsounds üblicherweise aus dem Computer. Auf der MTV-Unplugged-Tour 2018 kann Furuholmen nun beweisen, dass er ein ausgesprochen guter Instrumentalist ist. Pal Waaktaar-Savoy mag zwar ein begnadeter Songwriter und Komponist sein, an der akustischen Gitarre erweist er sich jedoch nicht als herausragendes Talent. Die melodieführenden Noten spielen meist Furuholmen oder die drei Streicherinnen an Geigen und Cello. Sie gehören zu einer siebenköpfigen, ausgesprochen guten Begleitband, die a-ha dabei unterstützen, ihre neu arrangierten Songs darzubieten.

Zunächst erstaunt der Sound, der außergewöhnlich klar in der Festhalle zu hören ist. Es sind Klangwelten, die ganz neue Facetten von a-ha offenbaren. Songs wie „I´ve Been Losing You“„ oder „Forever Not Yours“ gewinnen durch ihre ungewohnte Instrumentierung an Reiz. Auch singt Morton Harket mit seiner außergewöhnlich umfangreichen Stimme nicht unbedingt die altbekannten Melodien.

Damit fällt es ab und an nicht leicht, Hits wie „Foot Of The Mountain“ oder „Stay On This Roads“ zu erkennen. Was auch daran liegt, dass a-ha aus fast allen Songs das Tempo herausgenommen haben. Zudem scheint es, als seien zusätzliche Moll-Töne in die Kompositionen eingefügt. Über weite Strecken dominiert somit Melancholie.

Auch visuell ist der Auftritt nicht sonderlich dynamisch oder abwechslungsreich: Morton Harket sitzt beim Singen auf einem Barhocker, auch die anderen Musiker bewegen sich kaum. Das Scheinwerferlicht ist eher nüchtern und unspektakulär. Letztlich steht die Musik von a-ha im Vordergrund.

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In der Tat gefallen die Unplugged-Versionen dem Publikum. Immer wieder gibt es tosenden Beifall. Bloß tanzen mag kaum jemand zu den mit Pathos angereicherten Stücken, die mal orchestral, ein andermal wie Kammermusik klingen. Nach Pop oder Rock klingen die Stücke allerdings nicht.

Erst bei „The Sun Always Shines On TV“ und „The Living Daylights“ erhöhen a-ha kurz vor Konzertende das Tempo und die Lautstärke. Jetzt erheben sich die Fans, klatschen im Takt und singen mit. Hätte das Konzert mehr von diesen ausgelassenen Momenten gehabt, wäre es mit Sicherheit ein besonderes gewesen.

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