Mit Messer, Tritten und Schlägen Opfer teils schwer verletzt

Nach Messerstecherei: Vier Jugendliche und Vater angeklagt

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Frankfurt - Nach der Messerstecherei an der Hauptwache im vergangenen Oktober hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt jetzt Anklage gegen vier Beteiligte erhoben. Bei dem Vorfall waren mindestens vier Menschen verletzt worden, drei davon sogar schwer.

Drei der Beschuldigten sind zur Tatzeit 15 Jahre alt, außerdem ist der 43-jährige Vater einer der Jugendlichen angeklagt. Sie müssen sich demnächst wegen Verdachts des versuchten Totschlags in vier Fällen und der gefährlichen Körperverletzung vor dem Landgericht - Jugendkammer - verantworten.

Der Vorfall an der Hauptwache

Am Nachmittag des 29. Oktobers 2016 kommt es nach einer Demonstration in der C-Ebene der S-Bahnstation Hauptwache zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen. Sie setzt sich bis zur darüber gelegenen B-Ebene fort. Dem ging nach derzeitigem Kenntnisstand der Staatsanwaltschaft ein wenige Tage zuvor zwischen Personen beider Gruppen stattgefundener Streit voraus. Bei dem Vorfall in der S-Bahnstation soll der 43-Jährige zunächst einem der Geschädigten nach einem kurzen Gespräch unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Ein Grund dafür soll ein Pullover mit der türkischen Nationalflagge gewesen sein, den ein Bekannter der Opfer trug.

Im Verlauf der Auseinandersetzung sollen die vier Beschuldigten dann vor den Augen zahlreicher, anwesender Passanten ihre Opfer im Alter zwischen 15 und 18 Jahren mit Schlägen, Tritten und Messerstichen verletzt haben - dabei hätten sie auch den Tod der Jugendlichen in Kauf genommen, so die Staatsanwaltschaft. Die vier Geschädigten hatten zahlreiche Stichverletzungen davongetragen, die in einem Fall durch eine Notoperation behandelt werden mussten.

Drei Angeklagte in U-Haft

Die Polizei fahndete nach den mutmaßlichen Tätern - zuerst waren der zum Tatzeitpunkt 43-Jährige und sein Sohn festgenommen worden, kurz darauf hatten sich zwei weitere Jugendliche der Polizei gestellt. Drei der jetzt Angeklagten sitzen aktuell in U-Haft. Unklar bisher ist allerdings noch, ob die Tat einen politischen Hintergrund hatte, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen. (jo/dpa)

In Gewaltkonflikten richtig verhalten

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