Im Gutleutviertel

Nach Räumung des Elends-Camps: Mehrheit der Bewohner obdachlos

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Obdachlosen-Camp in Frankfurt geräumt

Frankfurt - Mehr als die Hälfte der ehemaligen Bewohner eines geräumten Barrackenquartiers im Frankfurter Gutleutviertel hat keinen Anspruch auf Sozialhilfe.

Das sagte eine Sprecherin des Frankfurter Sozialdezernats am Freitag. Die Stadt hatte die 29 Campbewohner nach der Räumung Ende Mai in einer Notunterkunft untergebracht, während das Jobcenter Sozialleistungsansprüche prüfte. 10 der 29 Bewohner dürften weiter in der städtischen Unterkunft im Ostpark bleiben, weil sie entweder anspruchsberechtigt sind oder die Prüfung noch im Gang ist. Alle anderen hätten die Unterkunft verlassen müssen. Die meisten von ihnen sind rumänische Roma, die von Gelegenheitsarbeiten, dem Sammeln von Schrott und Pfandflaschen oder dem Verkauf weggeworfener Gegenstände auf Flohmärkten ihren Lebensunterhalt verdient hätten.

Wo sich diese Menschen nun aufhalten, ist nach Angaben der Sprecherin nicht bekannt. „Sie sind entweder auf der Straße oder in ihrer Heimat“, sagte sie. „Wir können nichts weiter tun.“ Insgesamt 13 der ehemaligen Quartiersbewohner, darunter eine schwangere Frau, hätten eine Rückkehrhilfe der Stadt in ihre Heimat angenommen. Der Frankfurter Förderverein Roma dagegen sprach von nur noch sechs der früheren Campbewohner, die noch in der Notunterkunft wohnen dürfen. „Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis eine neue Brache, ein neuer Platz oder ein leerstehendes Haus genutzt werden“, sagte ein Sprecher des Vereins. (dpa)

Camp von obdachlosen Rumänen geräumt: Bilder

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