Nach dem Sieg von Oberbürgermeister Feldmann:

Auf die Wahl folgt die Analyse

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Bernadette Weyland und Peter Feldmann

Frankfurt - Die einen dürften ihren Wahlsieg genießen, für die anderen geht es darum, eine deutliche Niederlage zu erklären. Am Montag werden SPD und CDU den eindeutigen Ausgang der Frankfurter OB-Wahl zugunsten von Amtsinhaber Feldmann (SPD) diskutieren.

Für die CDU hat es mal wieder nicht gereicht bei einer Oberbürgermeisterwahl in einer großen Stadt. In Frankfurt am Main musste sich am Sonntag die Unions-Herausfordererin Bernadette Weyland in der Stichwahl dem SPD-Amtsinhaber Peter Feldmann deutlich geschlagen geben. Die genauen Gründe für die Niederlage müssten analysiert werden, sagte Weyland nach dem Urnengang. "Wir werden sicherlich noch viele, viele Gespräche im Nachgang haben." Die Stadt Frankfurt hat am Montag um 10.30 Uhr zu einer Pressekonferenz zur Wahl geladen.

Letztlich kam der 59-jährige Feldmann bei der Stichwahl nach dem vorläufigen Endergebnis auf 70,8 Prozent der Stimmen. Die 60 Jahre alte Weyland, frühere Finanzstaatssekretärin, erhielt lediglich 29,2 Prozent. "Ein Hammer", kommentierte Feldmann am Sonntagabend den deutlichen Ausgang. Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel sprach von einem "wirklich grandiosen Abend" und von "großem Rückenwind" für die Landtagswahl im Oktober.

Liveticker zur Stichwahl: Feldmann bleibt Oberbürgermeister

Erschreckend niedrig war indes die Wahlbeteiligung. Sie erreichte mit 30,2 Prozent den niedrigsten Stand seit Einführung der OB-Direktwahl im Jahr 1995. Weyland nannte die Beteiligung "ganz schlecht". "Das ist bedauerlich, auch für unsere Demokratie." Frankfurts Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) betonte: "Dass so wenige Menschen zum Wählen gegangen sind, ist schade. Aber gewählt ist gewählt." Am Montag wolle man sich die detaillierten Ergebnisse der Wahl anschauen.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Der Sieg Feldmanns war erwartet worden. Er war als großer Favorit in die Stichwahl gegangen. Schon beim ersten Wahlgang in der Rhein-Main-Metropole mit ihren knapp 740.000 Einwohnern und rund einer halben Million Wahlberechtigten vor zwei Wochen hatte er mit 46 Prozent klar vor Weyland (25,4 Prozent) gelegen. Feldmann wird nun sechs weitere Jahre an der Spitze der Finanzmetropole stehen. Und die CDU hat weiterhin keinen einen OB-Posten in den acht größten Städten Hessens inne. (dpa)

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