"Unhaltbare Situation"

Verspätete Flugzeuge bereiten dem Verkehrsminister Kopfzerbrechen

Offenbach - Die zunehmende Anzahl von verspäteten Flugzeugen auf dem Frankfurter Flughafen in der Zeit zwischen 23 Uhr und Mitternacht bereitet Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) weiter Kopfzerbrechen.

„Noch nie wurde das Nachtflugverbot in Frankfurt stärker auf die Probe gestellt als derzeit“, sagte er im Interview mit unserer Zeitung. Derzeit hake es an allen Ecken und Enden: „Zu wenig Personal bei den europäischen Flugsicherungen, starke Gewitter und Unwetter vor allem im Mai, die Umwälzungen in Folge der Air-Berlin-Pleite fallen zusammen mit einer europaweiten Zunahme an Flugbewegungen“, so Al-Wazir. 

Alarm am Frankfurter Flughafen! Boarding gestoppt - aus diesem Grund

Er fordert: „Die Luftverkehrswirtschaft muss diese unhaltbare Situation in den Griff bekommen.“ Im Rahmen der geltenden Betriebsgenehmigung könnten Landungen in Frankfurt nur untersagt werden, wenn die Landung nach 0 Uhr stattfinde. „Das machen wir auch bereits sehr konsequent“, so Al-Wazir.

Ob die Jets dann an einem anderen Flughafen lande, entscheide der Pilot oder die Fluggesellschaft. Alleine im Juni mussten laut Al-Wazir 21 Jets statt in Frankfurt in Hahn landen, weil sie keine Landeerlaubnis mehr erhalten hatten. Nach 185 Fällen im Mai zählte die Luftaufsicht im Juni die Rekordzahl von 203 Landungen zwischen 23 Uhr und Mitternacht. „Verspätungen dürfen sich grundsätzlich nicht rechnen. Die müssen den Fluggesellschaften im Portemonnaie wehtun“, so der Minister. Das richtige Instrument dazu seien die Entgelte am Flughafen. Al-Wazir: „Die Fraport täte gut daran, verspätete Landungen noch teurer zu machen, als sie es heute schon sind“. (cz)

Bilder: Ironman in Frankfurt und Langen

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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