Äcker entlang der A5 wichtig fürs Frankfurter Klima

Geplanter neuer Stadtteil: Forscher fürchten Verlust von Frisch- und Kaltluftschneisen

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In den blauen und grünen Bereichen, wo das neue Frankfurter Stadtviertel entstehen soll, bilden sich Frisch- und Kaltluft.

Frankfurt - Die Gegner des neuen Frankfurter Stadtteils im Nordwesten haben viele Argumente im Köcher. Eines davon ist der drohende Verlust von Frischluft- oder Kaltluftschneisen vom Taunus und der Wetterau in die Großstadt.

So verweisen sie darauf, dass die Äcker an der A5 eine wichtige Funktion für das Frankfurter Klima haben. Denn auf den Feldern fließt vor allem nachts die entstehende Kaltluft hangabwärts ins Niddatal und kühlt damit große Teile der Mainmetropole ab.

Zurzeit gibt es in Frankfurt im Schnitt jährlich 46 Sommertage, an denen es in der Innenstadt 25 Grad und heißer wird. Diese Zahl wird nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach wegen des Klimawandels bis zum Jahr 2050 auf bis zu 75 Tage pro Jahr steigen. Da gewinnen Frischluftschneisen immer mehr an Bedeutung. So hält es Lutz Katzschner von der Universität Kassel, der den Frankfurter Klimaplanatlas 2016 aktualisiert hat, für sinnvoll, Teilgebiete an der A5 von einer möglichen Bebauung auszunehmen.

Der Sommer 2017: zu nass, zu heiß, zu stürmisch?

 „Werden die Abflussbahnen der Kaltluft zerstört, ist die Folge eine stärkere Erwärmung der Stadt“, wurde der Fachmann kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert. Die Winde gelangten dann nicht mehr in südlichere Stadtteile wie Bockenheim oder das Gallusviertel. Im Klimaplanatlas sind diese Viertel gelb (moderat überwärmt) bis rot (stark überwärmt) dargestellt, während das Areal an der A5 blaue und grüne Tupfer aufweist. Heißt: Hier herrschen (noch) Frisch- und Kaltluft vor. (cz)

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