Stichwahl in Frankfurt

Unterlegene Kandidaten halten sich mit Empfehlungen zurück

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Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt

Frankfurt - Nach der Wahl ist vor der Wahl um den Chefposten im Frankfurter Römer. Amtsinhaber Peter Feldmann geht mit einem deutlichen Vorsprung in die Stichwahl gegen Bernadette Weyland. Er weiß: Da sind auch Überraschungen möglich.

Das Strahlen vom Wahlabend dürfte dem Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) auch am Montag bei der Studie der ersten Wahlanalyse nicht vergangen sein. Er muss zwar am 11. März in einer Stichwahl gegen die frühere Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland (CDU) antreten. Mit einem Wahlergebnis von 46 Prozent im ersten Wahlgang am Sonntag führt der 59-Jährige mit einem satten Vorsprung vor Weyland, die 25,4 Prozent der Wählerstimmen erhielt. Während Feldmann 41 Stadtteile für sich gewinnen konnte, siegte Weyland lediglich in drei Stadtteilen. Feldmann habe die Wahl "überraschend deutlich dominiert", heißt es in der Analyse.

Dabei konnte Feldmann auch in den CDU-Hochburgen deutlich punkten, sagte der für das Statistikamt zuständige Baudezernent Jan Schneider (CDU). Feldmann habe deutlich besser abgeschnitten als seine Partei bei der Kommunalwahl 2016 - damals kam die SPD lediglich auf 23,8 Prozent der Wählerstimmen. Auch im Vergleich zur OB-Wahl im Jahr 2012 konnte Feldmann deutlich mehr Wähler überzeugen. Vor sechs Jahren erhielt er im ersten Wahlgang 33 Prozent der Wählerstimmen. Die Auswertung des Wählerverhaltens zeigt: Feldmann konnte mehr als 90 Prozent der SPD-Wähler halten und einen deutlichen Zuwachs bei Wählern anderer Parteien verbuchen. Die Wähler der in Frankfurt traditionell starken Grünen etwa hätten sich in großen Teilen für Feldmann entschieden oder seien gar nicht erst wählen gegangen, heißt es in der Wahlanalyse. Weyland hingegen konnte bei ehemaligen FDP-Wählern punkten, zeigte die Auswertung. Darüber hinaus verlor sie aber auch CDU-Wähler an Feldmann.

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Nach der Wahl ist vor der Stichwahl - nach diesem Motto hängte Feldmann bereits am Sonntagabend die ersten neuen Wahlplakate auf. "Wie immer kämpferisch und optimistisch" wolle er die neue Wahlkampfrunde angehen, versicherte er. Weyland wiederum gab sich in einer Twitter-Nachricht kampfeslustig: "25,4 Prozent sind ein Auftrag. Packen wir's an!" Feldmann wie auch Weyland dürften die letzte Frankfurter Oberbürgermeisterwahl im Blick haben, wenn sie sich auf dem Ergebnis des ersten Durchgangs nicht ausruhen wollen. Denn damals war Feldmann nicht der Favorit, sondern lag mit 33 Prozent der Wählerstimmen hinter dem CDU-Kandidaten Boris Rhein zurück. Der führte allerdings mit 39,1 Prozent keineswegs so deutlich wie Feldmann derzeit vor Weyland.

Die bei der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl unterlegenen Kandidaten haben sich mit Empfehlungen für die anstehende Stichwahl weitgehend zurückgehalten. Grüne und Linke wollten offiziell erst das Votum einer Mitgliederversammlung abwarten. Volker Stein (unabhängig) sagte, seine Wähler wüssten, wen sie beim zweiten Urnengang am 11. März zu wählen hätten. Er selbst werde Herausforderin Bernadette Weyland (CDU) seine Stimme nicht geben. Ein Sprecher der Linken-Fraktion sagte, es könne davon ausgegangen werden, dass Janine Wissler (Linke) eine Wahlempfehlung für Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) aussprechen werde. Die Kreismitgliederversammlung der Grünen ist für Mittwoch (28. Februar) geplant. Die Mitglieder der Linken wollten sich bereits am Montagabend treffen.

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Ein Wermutstropfen der Wahl war allerdings die hohe Zahl der Nichtwähler. Nur 37,6 Prozent der gut 500.000 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben. Dabei war aus den repräsentativ ausgewählten Wahllokalen am Sonntag tagsüber eine rekordverdächtige Wahlbeteiligung von zuletzt 55,8 Prozent gemeldet worden. Doch all das basierte auf einem Zahlenfehler, so Schneider. Als Bezugsgröße für die Zahl der Wähler waren die Zahlen der Bundestagswahl übernommen worden. Da auf kommunaler Ebene auch EU-Ausländer mit entscheiden dürfen, wurde allerdings mit einem wesentlich kleineren Personenkreis gerechnet. "Das ist sehr ärgerlich und noch nicht vorgekommen. Leider haben wir es erst heute Nacht bei der Nachbereitung gesehen." (dpa)

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